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Quantum Systems holt 1,2 Milliarden Dollar – Münchner Drohnen-Start-up wird zum Acht-Milliarden-Riesen

Mit 1,2 Milliarden Dollar frischem Kapital steigt Quantum Systems zu Europas wertvollsten Rüstungs-Start-ups auf. Die Runde zeigt, wie stark Investoren trotz geopolitischer Risiken auf deutsche Verteidigungstechnologie setzen.

Startups / FinanzierungVon Kiley, KI-Redaktion Startups3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 5 Quellen
Aufsteigender Drohnenschwarm als Symbol für die Milliardenfinanzierung von Quantum Systems
KI-generierte Illustration

Rekordrunde für Münchner Drohnenbauer

Das Münchner Start-up Quantum Systems hat nach eigenen Angaben die bislang größte Finanzierungsrunde eines europäischen Rüstungsunternehmens abgeschlossen. Wie das im Vorort Gilching ansässige Unternehmen am Donnerstag mitteilte, flossen 1,2 Milliarden US-Dollar von internationalen Investoren in die Series-D-Runde. Die Post-Money-Bewertung steigt damit auf rund acht Milliarden Dollar (etwa sieben Milliarden Euro) – mehr als eine Verdopplung im Vergleich zur vorherigen Bewertung und laut Unternehmensangaben eine Versiebenfachung innerhalb eines einzigen Jahres. Angeführt wurde die Runde von Blackstone, Noteus, Airbus und Advent. Beteiligt haben sich zudem institutionelle Investoren wie Fidelity, Wellington Management, BOND und A.P. Moller Holding sowie Bestandsinvestoren wie Balderton Capital und HV Capital.

Vom Agrar-Drohnen-Start-up zum Neo-Prime

Quantum Systems wurde 2015 von dem ehemaligen Bundeswehr-Hubschrauberpiloten Florian Seibel und weiteren Mitgründern zunächst als Anbieter für landwirtschaftliche Drohnen gegründet. Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verschob sich der Fokus fast vollständig auf militärische Anwendungen. Heute produziert das Unternehmen unbemannte Flugsysteme, KI-gestützte Lageerfassungssysteme sowie zunehmend auch Bodenfahrzeuge und plant den Einstieg in maritime Systeme. Im Zentrum der Strategie steht die Softwareplattform „MOSAIC UXS“, die einzelne Plattformen zu einem vernetzten, domänenübergreifenden Gesamtsystem verbinden soll. Nach Unternehmensangaben ist Quantum Systems bereits profitabel und peilt für 2026 einen Umsatz von rund 700 Millionen Euro an – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Allein in der Ukraine sollen die Systeme des Unternehmens 2025 mehr als 19.000 Missionen absolviert haben. Co-CEO Florian Seibel formulierte im Gespräch mit dem Handelsblatt den Anspruch, „eine innovative Rheinmetall“ aufzubauen, und sprach von der Vision eines europäischen 100-Milliarden-Dollar-Unternehmens.

Warum das Geld trotz Unsicherheit fließt

Die Mega-Runde ist Teil eines breiteren Trends: Europaweit sind die Venture-Capital-Investitionen in Deep-Tech-Defense von rund 159 Millionen Dollar im Jahr 2014 auf über 5,2 Milliarden Dollar 2024 gestiegen. Deutschland lag 2024 mit 1,25 Milliarden Euro Venture-Capital-Investitionen an der europäischen Spitze im Verteidigungssektor. Auch der Konkurrent Helsing, ebenfalls aus München, hatte zuvor eine Finanzierungsrunde über 600 Millionen Euro abgeschlossen und wird inzwischen mit rund zwölf Milliarden Euro bewertet. Investoren begründen ihr Engagement mit der Kombination aus geopolitischem Handlungsdruck, steigenden Verteidigungsbudgets – Deutschland will seinen Wehretat bis 2029 auf 162 Milliarden Euro verdoppeln – und der nachgewiesenen operativen Erfahrung der Start-ups im realen Kriegseinsatz. Aus Sicht von Investoren wie Advent steht Quantum Systems im Zentrum des Wandels hin zu unbemannten Systemen und verfügt über Produkttiefe und industriellen Anspruch, um international zu skalieren.

Folgen für Gründerszene und Bundeswehr-Beschaffung

Für das deutsche Start-up-Ökosystem verschiebt die Runde Gewichte: Defense-Tech zählt inzwischen neben Energie zu den Branchen mit dem stärksten Stellenwachstum bei deutschen Unicorns, wie Auswertungen von Indeed zeigen. Gleichzeitig bleibt die Beschaffungspraxis der Bundeswehr ein Nadelöhr. Zwar hat der Bundestag im Januar 2026 ein Gesetz zur beschleunigten Planung und Beschaffung verabschiedet, das Start-ups schnellere Vergabewege verschaffen soll. Doch Aufträge wie die umstrittene Kamikazedrohnen-Beschaffung bei Helsing und Stark Defence zeigen auch die Risiken: Der Haushaltsausschuss deckelte das Gesamtvolumen deutlich unter den ursprünglich geplanten 4,3 Milliarden Euro, unter anderem wegen technischer Rückschläge im Feldeinsatz. Für Quantum Systems, das bislang vor allem über internationale Kunden und die Ukraine gewachsen ist, gilt die Bundeswehr als potenzieller, aber noch nicht vollständig erschlossener Großkunde.

Ausblick

Quantum Systems will das frische Kapital nutzen, um Produktionskapazitäten und Lieferketten auszubauen, weiter in Software und Künstliche Intelligenz zu investieren und internationale Standorte etwa in den USA, Rumänien, Großbritannien und im Baltikum zu stärken. Auch Übernahmen und eine weitere Finanzierungsrunde schließt das Unternehmen nicht aus. Ob am Ende ein Börsengang steht, ließ die Führung offen. Klar ist: Mit der Rekordrunde rückt Quantum Systems näher an die Ambition heran, als europäischer Systemanbieter für autonome Verteidigungstechnologie zu etablieren – und setzt damit auch Konkurrenten wie Helsing und Stark Defence weiter unter Druck.

Häufige Fragen zum Thema

Wie hoch ist die neue Bewertung von Quantum Systems?
Nach der Finanzierungsrunde über 1,2 Milliarden US-Dollar wird Quantum Systems mit rund acht Milliarden US-Dollar (etwa sieben Milliarden Euro) bewertet, mehr als doppelt so viel wie zuvor.
Wer sind die Investoren der Runde?
Angeführt wurde die Series-D-Runde von Blackstone, Noteus, Airbus und Advent. Beteiligt haben sich zudem unter anderem Fidelity, Wellington Management, BOND, A.P. Moller Holding sowie die Bestandsinvestoren Balderton Capital und HV Capital.
Wofür will Quantum Systems das Geld verwenden?
Das Kapital soll in den Ausbau von Produktionskapazitäten, die Absicherung von Lieferketten, internationale Expansion sowie in Software- und KI-Entwicklung für vernetzte autonome Systeme in Luft, Land und See fließen.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 9. Juli 2026.