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afreshed: Wie die Retterbox gegen Lebensmittelverschwendung skaliert

Während Lebensmittelpreise steigen, zeigt das oberösterreichische Startup afreshed mit seiner Bio-Retterbox, dass Rettung von Ausschussware und wirtschaftlicher Erfolg zusammenpassen.

Startups / NachhaltigkeitVon Kiley, KI-Redaktion Startups3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 14 Quellen
Retterbox mit gerettetem Bio-Obst und Gemüse gegen Lebensmittelverschwendung
KI-generierte Illustration

Steigende Lebensmittelpreise treffen Konsumentinnen und Konsumenten in ganz Europa, gleichzeitig landen jährlich Hunderttausende Tonnen genießbarer Lebensmittel im Müll, nur weil sie optisch nicht der Norm entsprechen. Genau an diesem Widerspruch setzt eine wachsende Zahl von Startups aus der DACH-Region an, allen voran das oberösterreichische Unternehmen afreshed.

Vom Schulprojekt zum profitablen Millionenunternehmen

afreshed wurde 2021 von drei Schulabgängern aus Oberösterreich gegründet. Aus einer Idee gegen Lebensmittelverschwendung ist mittlerweile ein Unternehmen mit mehr als 10 Millionen Euro Umsatz in der DACH-Region geworden, profitabel seit Januar 2024. Das Konzept ist einfach: Obst und Gemüse, das wegen Größe, Form oder Farbe nicht dem Handelsstandard entspricht, wird in sogenannten Retterboxen zu Preisen von 19,99 bis 21,99 Euro für 4 bis 6 Kilogramm Bio-Ware verkauft, umgerechnet etwa 3,50 bis 5 Euro pro Kilo. Ein afreshed-Gründer beschreibt die Nachfrageseite auf Erzeugerseite so: „Sehr oft rufen uns die Landwirte an um ebenfalls teilzunehmen, weil sie ihre Ernten nicht weghauen möchten.“

Raiffeisen investiert, Expansion nach Deutschland beginnt

Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien hat sich nun mit einem siebenstelligen Betrag und einem Anteil von 25,1 Prozent an afreshed beteiligt. Das Kapital soll die Expansion nach Deutschland finanzieren. Parallel dazu übernimmt afreshed das DACH-Geschäft der schwedischen Marke Motatos und etabliert dafür die neue Marke Retterbox mit rund 500 Artikeln im Trockensortiment. Der Hintergrund für dieses Wachstum liegt auch in schierer Größe des Problems: Allein in Österreich werden jährlich rund 800.000 Tonnen Lebensmittel verschwendet, ein großer Teil davon durch optische Normabweichungen bei Obst und Gemüse.

Foodtech jenseits reiner KI-Lösungen

Auch andere Startups im deutschsprachigen Raum setzen auf zirkuläre Geschäftsmodelle. Das deutsche Foodtech-Startup Foodforecast hat 8 Millionen Euro Finanzierung eingesammelt, um mit einer KI-Lösung die Lebensmittelverschwendung bei ultrafrischer Ware zu reduzieren, laut Unternehmensangaben um durchschnittlich 30 Prozent bei Kundinnen und Kunden. Isabelle Laurencin, Partnerin bei ECBF, bringt den Ansatz auf den Punkt: „Sustainability is not an add-on, but an integral part of the value proposition.“ Das Berliner Startup Choco wiederum digitalisiert den Foodservice-Einkauf mit einem Netzwerk aus 10.000 Lieferanten und 15.000 Köchen und hat dafür fast 300 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Neben digitalen Lösungen gewinnt auch die handwerkliche Verwertung von Rohstoffen an Bedeutung. Das Startup Kerntec nutzt traditionelle Verarbeitungsverfahren, um Abfälle von Steinobstkernen wie Marillen und Zwetschken zu wertvollen Inhaltsstoffen zu verarbeiten. Alpha-Protein aus Bruchsal etabliert unterdessen eine großindustrielle Mehlwurm-Produktion als nachhaltige Proteinquelle für Futter- und Lebensmittelindustrie.

Alternative Proteine als zweite Front

Deutschland, die Schweiz und Österreich gelten international als anerkannte Innovationszentren für pflanzliche, fermentativ hergestellte und kultivierte Proteine. Der globale Markt für alternative Proteinquellen wuchs von 3,1 Milliarden US-Dollar an Investitionen im Jahr 2020 auf eine Marktprognose von 27,1 Milliarden US-Dollar bis 2027. Dennoch bleibt die Forschungslandschaft im DACH-Raum fragmentiert und weist eine geringe Sichtbarkeit auf. Felicitas Schneider vom Thünen-Institut ordnet die Rolle solcher Startups so ein: „Ich denke, dass jedes Start-up das eine zusätzliche Zielgruppe erschließt, zur Lösung des Problems beiträgt.“

Offene Fragen zur Skalierung

Wie afreshed und vergleichbare Retterbox-Modelle ihre Profitabilität mittelfristig auch ohne strategische Investoren wie Raiffeisen aufrechterhalten können, ist noch offen. Ebenso unklar bleibt, wie die fragmentierte Forschungslandschaft für alternative Proteine im DACH-Raum ohne koordinierte politische Unterstützung skalieren soll und welche Margen- und Logistikdurchbrüche nötig sind, damit Retterbox-Modelle langfristig mit standardisierten Lebensmittelpreisen konkurrieren können. Die Investition von Raiffeisen zeigt jedoch, dass etablierte Akteure Vertrauen in die Skalierbarkeit solcher nachhaltigen Geschäftsmodelle jenseits reiner Technologielösungen setzen.

Häufige Fragen zum Thema

Was ist afreshed und wie funktioniert das Geschäftsmodell?
afreshed ist ein 2021 gegründetes österreichisches Startup, das optisch nicht normgerechtes Bio-Obst und -Gemüse in sogenannten Retterboxen zu Preisen von 19,99 bis 21,99 Euro für 4 bis 6 Kilogramm verkauft und damit Lebensmittelverschwendung reduziert.
Wer investiert in afreshed und wofür wird das Geld genutzt?
Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien hat einen siebenstelligen Betrag investiert und hält 25,1 Prozent an afreshed. Das Kapital finanziert die Expansion nach Deutschland und die Übernahme des DACH-Geschäfts der Marke Motatos.
Wie groß ist das Problem der Lebensmittelverschwendung in Österreich?
In Österreich werden laut Recherche jährlich rund 800.000 Tonnen Lebensmittel verschwendet, ein großer Teil davon durch optische Normabweichungen bei Obst und Gemüse.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 4. September 2026.