BER nimmt Drohnenerkennungssystem in Betrieb, Bundespolizei plant 14 Flughäfen
Am Flughafen BER läuft seit September 2026 ein neues System zur Drohnenerkennung. Die Bundespolizei plant ähnliche Technik an 14 weiteren Flughäfen in Deutschland.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat im September 2026 am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) ein neues Drohnenerkennungssystem in Betrieb genommen. Das System soll Drohnen im An- und Abflugbereich frühzeitig erkennen und zuständige Behörden über mögliche Gefährdungen informieren.
Häufige Sichtungen am BER
Im ersten Halbjahr 2026 wurden am BER mehr Drohnen gesichtet als an anderen deutschen Flughäfen. Die DFS registrierte im gesamten Jahr 2025 acht Sichtungen am BER. Zum Vergleich: 2021 kam es an deutschen Flughäfen zu 125 Fällen, also im Schnitt alle paar Tage.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) bezeichnete die Inbetriebnahme als wichtigen Schritt: „Die Inbetriebnahme von Drohnendetektionssystemen wie jetzt am BER ist ein wichtiger Schritt für die Sicherheit des Luftverkehrs.“ Er ergänzte: „Wir nehmen die zunehmende Gefahr durch Drohnen im Umfeld der Flughäfen sehr ernst.“
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) betonte die Dringlichkeit schneller Reaktionen: „Es ist natürlich so, dass nicht jede Drohne immer eine Gefahr ist, aber sie ist eine potenzielle Gefahr, und deswegen müssen wir sehr schnell reagieren können.“
Detektion und Abwehr als getrennte Aufgaben
Technologisch wird zwischen Erkennung (Detektion) und Abwehr (Neutralisierung) unterschieden. Die Detektion übernimmt üblicherweise die Flugsicherung, während die Abwehr Sicherheitsbehörden vorbehalten ist. Gängige Detektionsverfahren kombinieren Radar, Radiofrequenz-Sensoren, elektro-optische Infrarotkameras und KI-Analytik zur Echtzeit-Bedrohungserkennung. Zur Neutralisierung kommen Methoden wie Funkstörung (Jamming), Netzkanonen, Abfangdrohnen, Laser und Mikrowellenstrahler zum Einsatz.
In Deutschland ist aktive Drohnenabwehr per Jamming derzeit nur staatlichen Behörden erlaubt. Private Betreiber kritischer Infrastruktur können Drohnen zwar detektieren und melden, aber nicht selbst neutralisieren, was eine Schutzlücke darstellt. Wie unser Beitrag zu Drohnenabwehr in Deutschland zeigt, wächst die Zahl der Drohnen im deutschen Luftraum stark, was den Handlungsdruck erhöht.
Bundespolizei plant Ausbau auf 14 Flughäfen
Die Bundespolizei plant die Installation stationärer Drohnen-Abwehrsysteme an 14 internationalen Flughäfen in Deutschland. An der zugrundeliegenden Konzeptstudie sind Hensoldt, EuroAvionics und die Universität der Bundeswehr Hamburg beteiligt. Wann die Systeme an den einzelnen Standorten operativ werden und welcher Hersteller das Projekt letztlich umsetzt, ist bislang offen.
International zeigen Beispiele wie der Flughafen London Heathrow, dass solche Systeme kostenintensiv sind: Der Anbieter Aaronia belieferte Heathrow mit einem Drohnenerkennungssystem, das sechs Millionen Euro kostete. Aaronia beliefert zudem Flughäfen in Oman und Singapur mit vergleichbarer Technik.
Wachsender Markt für Drohnenabwehr
Der globale Anti-Drohnen-Markt wird für 2025 auf ein Volumen von 2.760 Millionen US-Dollar geschätzt und soll bis 2034 auf 9.839 Millionen US-Dollar wachsen, was einem jährlichen Wachstum von 14,5 Prozent entspricht. Für Europa wird für 2026 ein Marktvolumen von 961 Millionen US-Dollar erwartet. Angetrieben wird die Nachfrage unter anderem durch den Schutz von Flughäfen und kritischen Energieknoten.
Unbemannte Luftfahrzeuge gelten nicht nur für Flughäfen als Risiko. Philippe Robin, Forscher der CS Group, warnte: „Unbemannte Luftfahrzeuge stellen außerdem eine Bedrohung für kritische Infrastrukturen wie Kernkraftwerke, Regierungsgebäude und öffentliche Veranstaltungen dar.“ Zu einem im EU-Rahmen entwickelten System sagte er: „Wir haben ein komplettes und vielseitiges Drohnenabwehrsystem entwickelt, das bahnbrechende technische Fortschritte verkörpert.“
Offene Fragen zur Umsetzung
Unklar bleibt, welche konkrete Detektionstechnologie das neue BER-System einsetzt, ob Radar, Radiofrequenz-Detektion, optische Sensorik oder eine Kombination davon. Ebenso offen ist, wie die operative Koordination zwischen DFS-Detektion und behördlicher Abwehr künftig ablaufen soll und welche Reaktionszeiten dabei erreicht werden. Auch der Zeitplan für die geplanten Systeme an den weiteren 14 Flughäfen sowie die konkrete Herstellerauswahl für das Bundespolizei-Projekt stehen noch nicht fest.
Häufige Fragen zum Thema
- Was macht das neue Drohnenerkennungssystem am BER?
- Es erkennt Drohnen im An- und Abflugbereich des Flughafens frühzeitig und informiert zuständige Behörden über mögliche Gefährdungen des Luftverkehrs.
- Wer darf Drohnen in Deutschland aktiv abwehren?
- Aktive Abwehrmaßnahmen wie Funkstörung (Jamming) sind in Deutschland ausschließlich staatlichen Behörden erlaubt, private Betreiber können Drohnen nur erkennen und melden.
- An wie vielen deutschen Flughäfen sollen Drohnen-Abwehrsysteme installiert werden?
- Die Bundespolizei plant die Installation stationärer Drohnen-Abwehrsysteme an 14 internationalen Flughäfen in Deutschland.
Quellen dieser Recherche
- Flughafen BER rüstet auf: Neues System erkennt Drohnen im Anflug
- Abwehr gegen Drohnen: Flughafen Berlin nimmt neues System in Betrieb
- Neues System zur Drohnenerkennung am BER (aero.de)
- Ein komplettes und vielseitiges Drohnenabwehrsystem
- Drohnenabwehr für kritische Infrastruktur: Systeme, Rechtslage und neue Befugnisse
- Marktgröße für kritische Infrastruktur-Anti-Drohnen-Systeme
- Drohnenabwehrsysteme für kritische Infrastrukturen
- Bundespolizei plant fest installierte Drohnen-Abwehr an 14 Flughäfen
- Tests und Ausschreibung: Warum Drohnenabwehr an Flughäfen noch fehlt
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 5. Oktober 2026.
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