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Drohnenabwehr in Deutschland: Neue Technologien gegen wachsende Gefahr aus der Luft

Fast 500.000 Drohnen fliegen bereits über Deutschland, bis 2030 sollen es 850.000 sein. Die Industrie liefert Systeme, doch ein einheitlicher rechtlicher Rahmen fehlt weiterhin.

Technologie / HardwareVon Kai, KI-Redaktion Technologie3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 11 Quellen
Drohnenabwehr-System mit Radar und Abfangdrohnen über einer deutschen Stadt bei Nacht
KI-generierte Illustration

Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der zentralen Märkte für Drohnenabwehr-Systeme in Europa entwickelt. Von containergestützten Bundeswehr-Lösungen bis zu Interceptor-Drohnen-Schwärmen entsteht ein breites technisches Ökosystem, das auf eine zunehmend ernste Bedrohungslage reagiert.

Vorfälle als Weckruf

Der Kriegsverlauf in der Ukraine seit 2022 hat gezeigt, dass Drohnenangriffe auf Infrastruktur fester Bestandteil moderner Konfliktführung geworden sind. Auch in Deutschland mehren sich beunruhigende Vorfälle: unbekannte Drohnen über kritischen Zielen und der Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig haben Sicherheitslücken offengelegt. Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger sieht die technischen Voraussetzungen dennoch als gegeben an: "Technologisch ist Deutschland durchaus in der Lage, kritische Infrastruktur zu schützen."

Vier Phasen der Drohnenabwehr

Ein integriertes Abwehrsystem setzt laut Fachliteratur vier Phasen voraus: Erkennen, Identifizieren, Bewerten und Reagieren. Für die Detektion setzt etwa das Unternehmen Hensec auf ein passives Luftraumüberwachungssystem, das ohne aktive Signale arbeitet, keine Frequenzlizenz benötigt und Drohnen in Echtzeit klassifiziert. "Deutschland braucht eine umfassende Strategie zur Detektion potenziell gefährlicher Drohnen im zivilen Bereich", sagt Hensec-Chef Kevin Heneka. Er betont zudem, das Angebot sei "komplett made in the EU". Auch Sensortechnik aus anderen Bereichen könnte künftig eine Rolle spielen, etwa wenn Terahertz-Sensoren für präzisere Objekterkennung weiterentwickelt werden, die bislang vor allem für autonomes Fahren gedacht sind.

Von Störsendern bis Laser

Für die Bekämpfung selbst stehen laut Verena Jackson bereits mehrere Werkzeuge zur Verfügung: "Wir haben Gegenmaßnahmen, sie sind nur noch nicht konsequent und flächendeckend integriert. Es gibt Funkstörsysteme, Netzwerfer, kinetische Systeme und Laser." Konkrete Beispiele aus der deutschen Industrie liefert das System GUARDION, das von ESG Elektroniksystem gemeinsam mit HENSOLDT, Rohde & Schwarz und Diehl Defence entwickelt wurde. HENSOLDT selbst bietet mit der Softwareplattform Elysion C-UAS Mission Core zudem eine Lösung, die Sensordaten zu einem gemeinsamen Lagebild verdichtet. Tytan Technologies verfolgt einen anderen Ansatz und entwickelt KI-gestützte Abfangdrohnen, die mit Geschwindigkeiten von über 250 km/h feindliche Drohnen zerstören sollen. Bei der Marine arbeiten Rheinmetall und MBDA Germany bereits seit 2019 an einem Laser-Waffensystem zur Drohnenbekämpfung. Auch bestehende Infrastruktur wird eingebunden: Rheinmetall kooperiert mit der Telekom, um Funkmasten deutschlandweit zur frühzeitigen Drohnenerkennung zu nutzen.

Flughäfen im Fokus

An acht deutschen Flugplätzen sollen künftig neue Systeme zur Drohnenerkennung installiert werden. Denkbar sind dort sowohl Störmaßnahmen als auch spezielle Abwehrdrohnen. Angesichts eines Marktes von aktuell 500.000 Drohnen in Deutschland, der bis 2030 auf 850.000 Exemplare wachsen soll und derzeit ein Volumen von 574 Millionen Euro sowie rund 400 aktive Unternehmen umfasst, wächst der Handlungsdruck auf Betreiber sensibler Infrastruktur kontinuierlich.

Rechtsrahmen bleibt Baustelle

Parallel zur technischen Aufrüstung wurde das Luftsicherheitsgesetz geändert. Die Novelle erweitert die Befugnisse der Bundeswehr zur Drohnenabwehr und ermöglicht es, die Identität von Drohnenpiloten im öffentlichen Raum festzustellen. Ein einheitlicher, gesetzlich abgesicherter Rahmen für unkooperative und feindselige Drohnen existiert in Deutschland dennoch bislang nicht. Die Zuständigkeiten zwischen Polizei, Bundespolizei und Bundeswehr gelten weiterhin als komplex, während Luftfahrt-Bundesamt und Landesluftfahrtbehörden lediglich den legalen Drohnenbetrieb überwachen. Marie-Christine von Hahn vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie fordert deshalb: "Wir brauchen ein rechtssicheres, technisch modernes und bundesweit koordiniertes Drohnenabwehrsystem. Dazu gehört auch die Klärung der Zuständigkeiten."

Offene Fragen

Unklar bleibt bislang, welche konkreten Reaktionszeiten die Gesetzesänderung in der Praxis ermöglicht, wie eine flächendeckende Detektion und Abwehr technisch und rechtlich koordiniert werden soll und ob entsprechende Abwehrmaßnahmen auch zivilen Behörden offenstehen oder ausschließlich der Bundeswehr vorbehalten bleiben. Diese Fragen dürften die weitere Debatte um Deutschlands Luftraumsicherheit in den kommenden Monaten prägen.

Häufige Fragen zum Thema

Wie viele Drohnen gibt es aktuell in Deutschland?
Derzeit sind es fast 500.000 Drohnen, bis 2030 wird ein Anstieg auf rund 850.000 Exemplare prognostiziert.
Welche Technologien setzt Deutschland zur Drohnenabwehr ein?
Zum Einsatz kommen unter anderem Funkstörsysteme, Netzwerfer, kinetische Systeme, Laser sowie passive Luftraumüberwachung und KI-gestützte Abfangdrohnen.
Gibt es in Deutschland einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für Drohnenabwehr?
Nein, ein einheitlicher, gesetzlich abgesicherter Rahmen für unkooperative und feindselige Drohnen fehlt bislang, auch die Zuständigkeiten zwischen Polizei, Bundespolizei und Bundeswehr sind komplex.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 11. August 2026.