BMW setzt auf humanoide Roboter und entwickelt eigene Steuerungssoftware
BMW setzt erstmals humanoide Roboter in einem deutschen Werk ein und entwickelt in Landshut die passende Software. Ein Pilotprojekt mit Hexagon Robotics startet im Sommer 2026 in Leipzig.

BMW hat im Werk Landshut ein Team aufgebaut, das seit 2026 an Software für humanoide Roboter in der Komponentenfertigung arbeitet. Parallel dazu erprobt der Konzern seit Dezember 2025 im Werk Leipzig erstmals humanoide Roboter im europäischen Produktionsverbund, was BMW als Premiere für ein deutsches Automobilwerk bezeichnet.
Physical AI als Bindeglied zwischen KI und Maschine
Im Zentrum der Entwicklung steht das Konzept der Physical AI, das digitale künstliche Intelligenz mit realen Maschinen und Robotern in Produktionsprozessen verknüpft. BMW-Vorstandsmitglied Milan Nedeljković beschreibt den Ansatz so: „Digitalisierung verbessert die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produktion, die Symbiose aus Ingenieurskompetenz und künstlicher Intelligenz eröffnet vollkommen neue Möglichkeiten.“ Dr. Wolfgang Blümlhuber, Bereichsleiter Technologie am Standort Landshut, ergänzt: „Im BMW Group Werk Landshut verbinden wir Softwarekompetenz mit der industriellen Praxis. So können wir neue Technologien frühzeitig testen.“
Für die technische Umsetzung kooperiert BMW mit Roland Berger an einem sogenannten Intelligence Stack, der Wahrnehmung, Lernen und Simulation kombiniert. In Landshut entstehen offene Plattformen, die klassische Programmierung mit KI-basierten Vision-Language-Action-Modellen verbinden. Unterstützt wird die Entwicklung durch eine Kooperation mit der Hochschule Landshut, die bei Datengenerierung, Simulation und Testaufbau hilft.
Pilotprojekt mit Hexagon Robotics in Leipzig
Für den europäischen Testeinsatz arbeitet BMW mit dem Zürcher Unternehmen Hexagon Robotics und dessen Roboter AEON zusammen, aufbauend auf einer langjährigen Partnerschaft im Bereich Sensorik und Software. Nach den ersten Tests im Dezember 2025 ist ein weiterer Testeinsatz im April 2026 vorgesehen, bevor ab Sommer 2026 die eigentliche Pilotphase im Werk Leipzig starten soll. Ziel ist es, komplexe Aufgaben in der Endmontage zu automatisieren, wo klassische Industrieroboter an ihre Grenzen stoßen.
Wachsender Markt, sinkende Kosten
Branchenanalysten sehen in solchen Projekten mehr als ein Experiment. Bloomberg Intelligence hält fest, dass sich humanoide Roboter „zunehmend von der Demonstrationsphase in den produktiven Einsatz“ bewegen. Bis 2035 könnte der Markt für humanoide Roboter in der Automobilfertigung ein Volumen von 5 Milliarden US-Dollar erreichen, bei einem jährlichen Wachstum von 38 Prozent. Der Anteil humanoider Systeme an den gesamten Robotikverkäufen der Automobilindustrie soll bis dahin auf 14 Prozent steigen. Als Treiber gelten sinkende Hardwarekosten von 80.000 Dollar sowie eine auf acht Stunden verlängerte Batterielaufzeit. Die Amortisationszeit der Roboter könnte sich bis 2035 auf ein Jahr verkürzen.
Fachkräftemangel als treibender Faktor
Hintergrund der Entwicklung ist auch der Fachkräftemangel und Kostendruck in der deutschen Automobilindustrie, der die Investitionen in humanoide Robotik beschleunigt. Während USA, China und Japan bereits massiv in die Technologie investieren, rüstet Deutschland mit Projekten wie dem von BMW, aber auch mit Unternehmen wie Neura Robotics, das kürzlich eine Milliardenfinanzierung einsammelte, auf. Susanne Bieller von der International Federation of Robotics weist zugleich darauf hin, dass auch China ambitionierte Ziele verfolgt: Das chinesische Industrieministerium habe angekündigt, Weltmarktführer bei den humanoiden Robotern werden zu wollen.
Die zunehmende Automatisierung wirft parallel Fragen zu den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt auf, wie sie bereits im Zusammenhang mit KI-gesteuerter Automatisierung und drohenden Jobverlusten in Deutschland diskutiert werden. Offen bleibt bei BMW zudem, welche rechtlichen und versicherungstechnischen Hürden bei der Mensch-Roboter-Kollaboration noch bestehen und wie Datenschutzfragen bei der Nutzung realer Produktionsdaten für das KI-Training praktisch gelöst werden. Auch der Zeitpunkt für einen Serieneinsatz humanoider Roboter außerhalb der laufenden Pilotphase steht noch nicht fest.
Häufige Fragen zum Thema
- Wo setzt BMW erstmals humanoide Roboter in der Produktion ein?
- BMW testet seit Dezember 2025 im Werk Leipzig erstmals humanoide Roboter in einem europäischen Produktionsstandort, die Pilotphase soll ab Sommer 2026 folgen.
- Mit welchem Partner arbeitet BMW bei humanoiden Robotern zusammen?
- BMW kooperiert mit dem Zürcher Unternehmen Hexagon Robotics und dessen Roboter AEON, aufbauend auf einer langjährigen Partnerschaft im Bereich Sensorik und Software.
- Welche Rolle spielt das BMW Werk Landshut bei der Robotik-Entwicklung?
- In Landshut entwickelt BMW seit 2026 Software für humanoide Roboter in der Komponentenfertigung, unter anderem in Kooperation mit der Hochschule Landshut und Roland Berger.
Quellen dieser Recherche
- BMW Group Pressemitteilung: Erstmals humanoide Roboter in der Produktion in Deutschland
- Dr Web: Humanoide Robotik - Was BMW in Landshut selbst baut
- K-Zeitung: BMW entwickelt Humanoiden-Software für Kunststofffertigung
- BMW Group Corporate: Erste humanoide Roboter in Leipzig
- BMW Group Pressemitteilung: Werk Landshut entwickelt Software für humanoide Robotik
- Automationspraxis: Wie humanoide Roboter die Automobilindustrie erobern
- Börse am Sonntag: Roboter in der Autoindustrie - Dark Factory statt Autowerk
- Automobilwoche: Industrieroboter - Diese Trends werden von KI getrieben
- Germany Trade and Invest: Roboter Made in Germany
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 23. Juli 2026.
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