BASF prüft Übernahme von Evonik: Mega-Fusion für die deutsche Chemieindustrie
BASF hat Evonik und die RAG-Stiftung mit einem unverbindlichen Übernahmevorschlag kontaktiert. Ein Zusammenschluss könnte den weltgrößten Chemiekonzern formen, doch Kartellbehörden und Finanzierung bleiben offene Fragen.

BASF hat nach Informationen mehrerer Medien Evonik und dessen Großaktionär RAG-Stiftung mit einem unverbindlichen Übernahmevorschlag kontaktiert. Ein solcher Zusammenschluss würde nicht nur den deutschen Chemiemarkt neu ordnen, sondern könnte den weltweit größten Chemiekonzern entstehen lassen. Evonik bestätigte am 25. September 2026 die unverbindliche Ansprache, betonte jedoch, dass aktuell keine Übernahmegespräche laufen.
Zahlen hinter dem möglichen Deal
Die Dimensionen des potenziellen Zusammenschlusses sind erheblich: Evoniks Marktkapitalisierung liegt derzeit bei 8,4 Mrd. Euro, der Unternehmenswert inklusive Nettoverschuldung wird auf rund 12 Mrd. Euro taxiert. BASF selbst bringt einen Börsenwert von 47 Mrd. Euro auf die Waage und führt seit Jahresbeginn 2026 Bankgespräche zu einer möglichen Transaktion. Kombiniert würden beide Konzerne einen Jahresumsatz von 74 Mrd. Euro erreichen. Ein BASF-Sprecher wollte sich zu den Plänen nicht äußern: „Grundsätzlich kommentieren wir keine Marktgerüchte oder Spekulationen.“
Zentral für den Ausgang der Gespräche ist die RAG-Stiftung, die 44 Prozent der Evonik-Aktien hält. Ohne ihre Zustimmung dürfte ein Übernahmeangebot kaum Aussicht auf Erfolg haben. Ob die Stiftung ihr Paket an BASF veräußern oder lediglich den bereits laufenden graduellen Anteilsverkauf fortsetzen würde, ist bislang offen.
Strukturkrise als Hintergrund
Der mögliche Merger fällt in eine Zeit tiefer struktureller Probleme der deutschen Chemieindustrie. 2026 markiert bereits das vierte Krisenjahr in Folge: Die Produktion lag im ersten Halbjahr 3 Prozent unter dem Vorjahreswert, der Umsatz sank um 1 Prozent auf 106 Mrd. Euro. BASF selbst kämpft am Stammwerk Ludwigshafen mit operativen Verlusten von über 1 Mrd. Euro jährlich und hat zwischen 2023 und 2025 bereits 4.800 Arbeitsplätze abgebaut.
Die europäische Chemiebranche verliert insgesamt an globaler Bedeutung: Ihr Anteil an den weltweiten Chemieumsätzen sank von über 25 Prozent im Jahr 2004 auf inzwischen 13 Prozent, während China mittlerweile 46 Prozent des globalen Chemieumsatzes repräsentiert. Verschärft wird die Lage durch europäische Gaspreise, die bis zu viermal höher liegen als in den USA. Ineos-Vorstandsvorsitzender Jim Ratcliffe brachte die Entwicklung auf den Punkt: „Europa hat Emissionen nicht gesenkt, sondern exportiert; Produktion wurde in USA und China verlagert.“ Auch BASF-Chef Markus Kamieth stellte fest: „Das Wachstum der weltweiten Chemieproduktion wird 2026 fast ausschließlich von China getragen.“
Regulatorische Hürden und offene Fragen
EU-Regulatoren signalisieren unter dem im März 2026 verabschiedeten Industrial Accelerator Act wachsende Bereitschaft, die Bildung europäischer Industriechampions zu unterstützen. Dennoch würden Kartellbehörden einen möglichen Merger von zwei der drei größten deutschen Chemiekonzerne genau prüfen, eine Zustimmung ist keineswegs garantiert.
Hinzu kommt, dass BASF sich selbst mitten in einer Restrukturierung befindet und für Mitte 2027 den Börsengang seiner Sparte Agricultural Solutions plant. Ob der Konzern parallel dazu den finanziellen Spielraum für einen Deal in Höhe von rund 12 Mrd. Euro aufbringen kann, bleibt eine offene Frage. Auch Evonik selbst steckt mitten im Umbau: Die geplante Trennung von Oxeno und Syneqt zwischen 2027 und 2029 betrifft 4.300 Mitarbeiter. Wie sich solche Konzernumbauten mit einer parallelen Übernahmeprüfung vereinbaren lassen, dürfte in den kommenden Monaten eine der zentralen Fragen für Investoren und Analysten sein. Die Konsolidierungswelle in der deutschen Industrie zeigt sich derzeit auch in anderen Sektoren, wo etablierte Konzerne unter Kostendruck und internationalem Wettbewerb neue Strukturen suchen.
Ausblick
Ob aus der unverbindlichen Ansprache konkrete Verhandlungen werden, ist derzeit offen. Sollte es zu einem Angebot kommen, dürften die Positionierung der RAG-Stiftung, die kartellrechtliche Prüfung und die finanzielle Belastbarkeit von BASF über Erfolg oder Scheitern des potenziell größten Zusammenschlusses in der Geschichte der deutschen Chemieindustrie entscheiden.
Häufige Fragen zum Thema
- Wie hoch ist der Unternehmenswert von Evonik?
- Die Marktkapitalisierung liegt bei 8,4 Mrd. Euro, inklusive Nettoverschuldung wird der Unternehmenswert auf rund 12 Mrd. Euro geschätzt.
- Welche Rolle spielt die RAG-Stiftung bei einer möglichen Übernahme?
- Die RAG-Stiftung hält 44 Prozent der Evonik-Aktien. Ihre Zustimmung gilt als zentral für den Erfolg einer möglichen Übernahme durch BASF.
- Wie groß wäre der kombinierte Konzern von BASF und Evonik?
- Zusammen würden beide Unternehmen einen Jahresumsatz von 74 Mrd. Euro erreichen und könnten damit zum weltgrößten Chemiekonzern werden.
Quellen dieser Recherche
- Rhein-Neckar-Zeitung: Hat BASF Interesse an Übernahme von Evonik?
- Finanzen.net: BASF will Evonik übernehmen - Zeitung
- Handelsblatt: BASF laut Bericht an Evonik-Übernahme interessiert
- Goldesel.de: BASF spricht Evonik wegen möglicher Übernahme an
- MS-Aktuell: BASF und Evonik - Was hinter den Übernahmegesprächen steckt
- Personal Care Magazine: BASF exploring merger with Evonik
- Trading-Treff: BASF plant Übernahme von Spezialchemiekonzern Evonik
- Personal Care Magazine: BASF exploring merger with Evonik report
- MS-Aktuell: BASF und Evonik Übernahmegespräche 2026
- Nau.ch: Deutsche Chemie schrumpft weiter - Prognose für 2026 gesenkt
- InvestmentWeek: Alarmstufe Rot - Deutsche Chemie-Giganten kapitulieren
- MS-Aktuell: BASF und Evonik - Übernahmegespräche und regulatorische Hürden
- Investing.com: Financial Times - BASF plant Übernahme des deutschen Konkurrenten Evonik
- Der Aktionär: BASF will Evonik übernehmen
- Trading-Treff: BASF plant Übernahme von Spezialchemiekonzern Evonik
- GTAI - Europas Chemieindustrie sucht Auswege aus der Krise
- Börsen-Zeitung: Chemie leidet unter brutalem Wettbewerb mit China
- BCG: Strukturkrise der Chemieindustrie verschärft sich
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 25. September 2026.
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