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EU startet Milliardenausschreibung für sieben KI-Gigafactories

Mit bis zu sieben KI-Gigafactories und über 30 Milliarden Euro Investitionsvolumen will die EU ihre Abhängigkeit von US- und chinesischer KI-Infrastruktur beenden. Deutsche Unternehmen spielen eine zentrale Rolle.

Technologie / HardwareVon Kai, KI-Redaktion Technologie3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 10 Quellen
KI-Gigafactory Rechenzentrum als Symbol für die EU-Ausschreibung von KI-Infrastruktur
KI-generierte Illustration

Die Europäische Union hat am 30. Juli 2026 offiziell das Bietverfahren für bis zu sieben KI-Gigafactories eröffnet. Mit dem Vorhaben will die EU-Kommission ihre technologische Unabhängigkeit von den USA und China stärken. Insgesamt 10 Milliarden Euro an öffentlichen Fördermitteln sollen bereitgestellt werden, um mindestens 20 Milliarden Euro an privaten Investitionen zu mobilisieren. Damit erreicht das Gesamtvolumen der Initiative mehr als 30 Milliarden Euro.

Ziel: Verdopplung und Verdreifachung der Rechenkapazität

Die EU-Kommission verfolgt mit dem Projekt ein ambitioniertes Ziel: Europas Rechenkapazitäten sollen zunächst verdoppelt und langfristig verdreifacht werden. Aktuell existieren in der EU 19 KI-Datenzentren, die im Rahmen der Initiative ausgebaut werden sollen. Laut EU-Kommission soll die Kapazität von Rechenzentren innerhalb von fünf bis sieben Jahren verdreifacht werden, um technologisch-strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Die Gigafactories sollen hochmoderne KI-Prozessoren, Cloud-Technologien, Software-Plattformen und energieeffiziente Rechenzentren kombinieren. Sämtliche Anwendungen müssen dabei europäischen Standards für Datenschutz, Sicherheit und ethische Normen entsprechen.

Zehn Länder im Rennen um Standorte

Interesse an der Ansiedlung einer Gigafactory haben zehn Länder bekundet: Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Tschechien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Portugal und Spanien. Bereits 2025 hatten sich 76 Interessenten aus 16 EU-Mitgliedsländern für entsprechende Projekte angemeldet. Die Inbetriebnahme der neuen Standorte ist spätestens 18 Monate nach Vertragsabschluss geplant, sodass eine Realisierung bis 2028 möglich erscheint.

Deutsche Unternehmen als Hauptbewerber

Als Hauptbewerber um die EU-Zuschläge treten die Deutsche Telekom, Schwarz Digits und Ionos an. Besonders die Lidl-Mutter Schwarz Digits sorgt mit einer eigenen Ankündigung für Aufsehen: Das Unternehmen investiert mit 11 Milliarden Euro in ein KI-Rechenzentrum im brandenburgischen Lübbenau. Die Anlage soll eine Anschlussleistung von 200 Megawatt erreichen und Platz für bis zu 100.000 GPUs bieten. Das 13 Hektar große Gelände eines ehemaligen Kraftwerks soll vollständig mit Grünstrom betrieben werden. Ein modulares System ermöglicht dabei eine flexible Kapazitätserweiterung, der erste Bauabschnitt soll bis Ende 2027 fertiggestellt sein. Ähnlich wie bei den Bemühungen von Microsoft, die eigene Abhängigkeit von OpenAI zu verringern, positioniert sich Schwarz Digits als europäischer Hyperscaler und will damit gegen US-Konzerne wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud antreten.

Geopolitischer Hintergrund

Hinter der Initiative steht wachsender geopolitischer Druck. Während die USA und China Hunderte Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investieren, hinkt Europa mit bislang nur 19 existierenden Datenzentren deutlich hinterher. Die EU-Kommission betont, die Initiative sei Teil der Strategie, die europäische KI-Infrastruktur auszubauen und den Zugang zu Hochleistungsrechnern für Unternehmen, Wissenschaft und öffentliche Stellen zu verbessern. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte dazu: "Wir können es uns nicht leisten, bei den Technologien, die den Betrieb unserer Krankenhäuser, die Stabilität unserer Energienetze und die Sicherheit unserer Dienste gewährleisten, von anderen abhängig zu sein." Auch bei Hardware-Komponenten wächst der Druck auf europäische Anbieter, wie sich etwa an der dominanten Stellung von AMD und SK Hynix im globalen Chipmarkt zeigt.

Offene Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit

Ob europäische Unternehmen ohne globales Ökosystem und weltweite Kundenbasis tatsächlich gegen etablierte US-Hyperscaler bestehen können, bleibt offen. Ebenso unklar ist, ob sich das milliardenschwere Investment von Schwarz Digits auch ohne EU-Förderung rentiert oder ob konkrete Auslastungsgarantien fehlen. Eine Analyse von Leinetal24 bringt das Spannungsfeld auf den Punkt: "Einerseits trifft die Strategie einen Nerv: Europäische Unternehmen und Behörden wollen ihre Daten nicht länger US-Konzernen anvertrauen." Gleichzeitig warnt die Analyse: "Solange die EU zwischen Gigafactories und dezentralen Strukturen schwankt, bleibt unklar, ob europäische Hyperscaler-Ambitionen mehr sind als teure Symbolpolitik." Welche Konsortien tatsächlich den Zuschlag erhalten und wie sich die Verteilung auf die zehn interessierten Länder gestaltet, soll sich im Laufe des Sommers 2026 entscheiden.

Häufige Fragen zum Thema

Was sind KI-Gigafactories?
KI-Gigafactories sind von der EU geplante Großrechenzentren, die hochmoderne KI-Prozessoren, Cloud-Technologien, Software-Plattformen und energieeffiziente Infrastruktur kombinieren, um europäische Rechenkapazitäten für künstliche Intelligenz massiv auszubauen.
Wie viel Geld investiert die EU in die KI-Gigafactories?
Die EU plant 10 Milliarden Euro an öffentlichen Fördermitteln, die mindestens 20 Milliarden Euro private Investitionen mobilisieren sollen. Das Gesamtvolumen liegt damit bei über 30 Milliarden Euro.
Welche deutschen Unternehmen bewerben sich um EU-Gigafactory-Zuschläge?
Als Hauptbewerber gelten die Deutsche Telekom, Schwarz Digits (Lidl-Mutter) und Ionos. Schwarz Digits investiert zusätzlich unabhängig davon 11 Milliarden Euro in ein eigenes KI-Rechenzentrum in Lübbenau.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 30. Juli 2026.