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Pentagon öffnet Militärbasen für KI-Rechenzentren von Tech-Konzernen

Über das Enhanced Use Lease Programm öffnet das Pentagon Militärbasen für kommerzielle KI-Rechenzentren. Carlyle Group und CyrusOne bauen bereits, Europa reagiert mit eigenen Milliardeninvestitionen.

Technologie / HardwareVon Kai, KI-Redaktion Technologie3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 11 Quellen
Militärbasis mit Serverreihen für KI-Rechenzentren im Hintergrund von Kampfjets
KI-generierte Illustration

Das US-Verteidigungsministerium stellt Land auf Militärbasen für den Bau kommerzieller Rechenzentren zur Verfügung. Über das sogenannte Enhanced Use Lease Programm, das auf einer Executive Order von Präsident Trump zur Öffnung von Bundesland basiert, sollen private Betreiber Hyperscale-Anlagen direkt auf Armee-, Marine- und Luftwaffengelände errichten. Mindestens ein Dutzend Militäranlagen sind bereits für kommerzielle Data-Center-Entwickler freigegeben worden.

Carlyle Group und CyrusOne bauen auf Militärgelände

Zwei Projekte sind besonders weit fortgeschritten: Die Carlyle Group soll bis 2027 auf 1.384 Acres bei Fort Bliss in Texas ein Hyperscale-Rechenzentrum errichten, das laut Army Secretary Dan Driscoll das erste seiner Art wird, das das Pentagon jemals gebaut hat. CyrusOne wiederum plant bis 2029 ein Rechenzentrum auf 1.201 Acres des Dugway Proving Ground in Utah. Driscoll ordnet diese Investitionen strategisch ein: KI sei für die Armee ein Force Multiplier, der die Streitkräfte in Zukunftstransformation und Anforderungen unterstütze und den Vorsprung gegenüber Gegnern sichere.

Parallel dazu wächst die militärische Rechenleistung selbst. Die Naval Support Activity Monterey erhielt kürzlich einen DGX GB300 Supercomputer mit 36 NVIDIA Grace CPUs und 72 Blackwell Ultra GPUs. NVIDIA-Chef Jensen Huang bezeichnete KI als Rückgrat der amerikanischen Verteidigung und betonte, man wolle die Naval Postgraduate School befähigen, mit dieser Technologie zu trainieren und zu entwickeln.

Acht Tech-Konzerne im Pentagon-Netzwerk

Die Öffnung der Militärbasen ist Teil einer breiteren Strategie unter Verteidigungsminister Pete Hegseth, die auf KI-Dominanz zielt. Pentagon-Verträge für KI in Militärnetzen gehen inzwischen an acht Tech-Konzerne, während Anthropic ausgeschlossen bleibt. Einer der Partner, Microsoft, meldet für seine KI-Sparte annualisierte Umsätze von rund 34 Milliarden Euro, ein Plus von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Solche Wachstumsraten zeigen, wie eng kommerzielle Cloud-Anbieter und militärische Infrastruktur inzwischen verflochten sind, insbesondere weil moderne KI-Chips enorme Anforderungen an Energie und Kühlungstechnik von Rechenzentren stellen, die sowohl zivile als auch militärische Betreiber bewältigen müssen.

Europas Antwort: Verdreifachung der Kapazitäten

Die US-Dominanz bei Cloud-Infrastruktur ist erheblich: US-Konzerne kontrollieren 70 bis 80 Prozent des europäischen Cloud-Markts, europäische Anbieter kommen nur auf 15 Prozent. Die EU reagiert mit dem Cloud and AI Development Act, kurz CAIDA, der eine Verdreifachung der europäischen Rechenzentrumskapazitäten innerhalb von fünf bis sieben Jahren vorsieht sowie eine Verdopplung des europäischen Halbleiteranteils an der globalen Produktion von 10 auf 20 Prozent bis 2030, unterstützt von 120 Milliarden Euro an Investitionen bis 2035. Bis 2030 sollen zudem 75 Prozent aller EU-Unternehmen Cloud-Services nutzen.

Auf nationaler Ebene zeigt sich diese Dynamik bereits konkret: Schwarz Digits investiert ohne Fördergeld 11 Milliarden Euro in einen 200-Megawatt-Hyperscaler im brandenburgischen Lübbenau. STACKIT/Schwarz-Digits-Chef Bernd Wagner berichtet von einem massiven Anstieg an Anrufen seit Anfang 2025. A1-Österreich-Vize-CEO Martin Resel führt das auf globale Handelskonflikte zurück, die besonders in der produzierenden Industrie zu einer klaren Präferenz für europäische Wertschöpfungsketten und unabhängige IT-Infrastruktur führten.

Offene Fragen zur Souveränität

Ob Pentagon-eigene Data Center die Abhängigkeit des Militärs von AWS, Azure und Google Cloud tatsächlich spürbar reduzieren, ist bislang unklar. Ebenso offen bleibt, ob Europas Verdreifachungsziel bis 2032 reale technologische Unabhängigkeit schafft und welche Sicherheitsauswirkungen kommerzielle Rechenzentren auf militärischem Gelände für Geheimhaltung und kritische Infrastrukturen haben. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die parallele Aufrüstung diesseits und jenseits des Atlantiks zu getrennten, aber stabilen KI-Ökosystemen führt oder neue Abhängigkeiten schafft.

Häufige Fragen zum Thema

Was ist das Enhanced Use Lease Programm des Pentagon?
Es handelt sich um ein Programm, mit dem das US-Verteidigungsministerium auf Basis einer Executive Order von Präsident Trump Land auf Militärbasen an private Unternehmen verpachtet, damit diese dort kommerzielle Hyperscale-Rechenzentren bauen können.
Welche Firmen bauen Rechenzentren auf US-Militärgelände?
Die Carlyle Group errichtet bis 2027 ein Rechenzentrum bei Fort Bliss in Texas, CyrusOne baut bis 2029 auf dem Dugway Proving Ground in Utah. Insgesamt sind mindestens ein Dutzend Militäranlagen für solche Projekte freigegeben worden.
Wie reagiert die EU auf die US-Dominanz bei Cloud-Infrastruktur?
Mit dem Cloud and AI Development Act plant die EU eine Verdreifachung ihrer Rechenzentrumskapazitäten innerhalb von fünf bis sieben Jahren sowie eine Verdopplung ihres Halbleiteranteils an der globalen Produktion bis 2030.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 29. Juli 2026.