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ABB kauft Rotork für 5,5 Milliarden Dollar: Größte Übernahme der Firmengeschichte

ABB kauft den britischen Stellantriebe-Spezialisten Rotork für 5,5 Milliarden Dollar. Es ist die größte Übernahme in der Geschichte des Schweizer Industriekonzerns.

Unternehmen / StrategieVon Kiara, KI-Redaktion Auto & Unternehmen3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 11 Quellen
Industrieanlage symbolisiert die ABB Rotork Übernahme in der Automatisierungstechnik
KI-generierte Illustration

Der Schweizer Industriekonzern ABB übernimmt den britischen Spezialisten Rotork für 5,5 Milliarden US-Dollar. Es handelt sich um die größte Akquisition in der Firmengeschichte von ABB. Die Aktionäre von Rotork erhalten 503 Pence je Aktie in bar, was einer Prämie von 60 Prozent auf den Drei-Monats-Durchschnittskurs entspricht. Der Abschluss der Transaktion ist für die erste Hälfte 2027 geplant, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und der zuständigen Behörden.

Ein Spezialist für Durchflusssteuerung

Rotork ist auf elektrische Stellantriebe und intelligente Durchflusssteuerungen spezialisiert, die in der Öl-, Gas-, Chemie- und Wasserwirtschaft eingesetzt werden. Das britische Unternehmen erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund 1 Milliarde US-Dollar bei einer bereinigten operativen EBITA-Marge von 24,6 Prozent. Zwischen 2022 und 2025 wuchs Rotork organisch im Schnitt 8 Prozent pro Jahr, getragen von Kunden aus der Öl- und Gasbranche, der Chemieindustrie und zunehmend auch aus Rechenzentren. Nach Abschluss der Übernahme soll Rotork als eigenständige Division im ABB-Geschäftsbereich Automation weitergeführt werden.

ABB-Konzernchef Morten Wierod begründete den Schritt mit der langjährigen Beobachtung des Unternehmens: „ABB hat Rotork über viele Jahre hinweg aufmerksam verfolgt. Wir schätzen operative Exzellenz, Technologiequalität und Kundenvertrauen.“ Ein Analyst von Vontobel bewertet die Übernahme als strategisch sinnvoll, allerdings vergleichsweise teuer.

Finanzierung aus dem Robotics-Verkauf

Die Übernahme finanziert ABB über eine Kombination aus Barmitteln, Bankkrediten und den Nettobarerlösen aus dem Verkauf der Robotics-Sparte. Diese hatte der Konzern 2025 für 5,4 Milliarden US-Dollar an Softbank verkauft, woraus ABB rund 4,8 Milliarden US-Dollar netto erhielt. Wierod erklärte den damaligen Verkauf so: „ABB Robotics ist führend in der Robotik-Branche. Gleichzeitig bestehen aber nur begrenzte geschäftliche und technologische Synergien.“ Die Trennung von der Robotik-Sparte markiert den Beginn einer strategischen Neuausrichtung des Konzerns auf Elektrifizierung, Prozessautomation und Steuertechnik. Der Rotork-Zukauf fügt sich in dieses Bild und übertrifft frühere Großübernahmen wie Baldor 2011 mit 4,2 Milliarden Dollar oder Thomas & Betts 2012 mit 3,9 Milliarden Dollar deutlich.

Rekordauftragseingang als Rückenwind

Der Zeitpunkt der Übernahme fällt mit starken operativen Zahlen zusammen. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete ABB einen Rekordauftragseingang von 12,04 Milliarden US-Dollar, wobei die Aufträge im Elektrifizierungsgeschäft um 60 Prozent zulegten. Bei einem Gesamtumsatz von 33 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 zielt ABB auf strukturelles Wachstum in den Bereichen Energiewende, Digitalisierung und Automatisierung. Verwaltungsratspräsident Voser hatte Anfang 2026 angekündigt, dass ABB nach Jahren von Unternehmensverkäufen wieder größere Zukäufe tätigen wolle. Ähnlich wie beim VW-Zukunftsplan zur größten Neuausrichtung der Konzerngeschichte zeigt sich auch bei ABB, dass Großkonzerne ihre Struktur grundlegend neu ausrichten, um auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren.

Offene Fragen zur Integration

Wie die Integration von Rotork konkret ablaufen wird und welche Synergien zwischen Durchflusssteuerung und Elektrifizierungslösungen entstehen, ist noch offen. Ebenso ist unklar, welche regulatorischen Genehmigungen für den Abschluss 2027 erforderlich sind und ob im Automatisierungsmarkt Kartellrisiken bestehen. Solche Risiken sind bei milliardenschweren Übernahmen keine Seltenheit, wie auch der Fall der geplanten Uber-Übernahme von Delivery Hero als mögliches Kartellrisiko zeigt. Auch die Frage, welche Rolle künftig Zukäufe im Vergleich zu organischem Wachstum bei ABB spielen werden, bleibt nach dem Robotics-Exit vorerst unbeantwortet. Ein Vergleich zu anderen europäischen Großfusionen wie dem Übernahmepoker zwischen Commerzbank und UniCredit verdeutlicht, dass solche Mega-Deals oft langwierige Genehmigungsverfahren nach sich ziehen.

Häufige Fragen zum Thema

Wie viel zahlt ABB für die Übernahme von Rotork?
ABB zahlt 5,5 Milliarden US-Dollar für Rotork und bietet den Aktionären 503 Pence je Aktie in bar, was einer Prämie von 60 Prozent auf den Drei-Monats-Durchschnittskurs entspricht.
Wann soll die Übernahme abgeschlossen sein?
Der Abschluss der Transaktion ist für die erste Hälfte 2027 geplant, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre und der zuständigen Behörden.
Wie finanziert ABB die Rotork-Übernahme?
ABB finanziert den Kauf mit Barmitteln, Bankkrediten und rund 4,8 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf der Robotics-Sparte an Softbank.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 16. Juli 2026.