AUTARK.NEWS

Uber und Delivery Hero: Übernahme wird zum Kartellrisiko

Uber hält bereits 36,83 Prozent an Delivery Hero und verhandelt über die Gesamtübernahme. Frische EU-Bußgelder wegen Marktaufteilung machen den Deal kartellrechtlich heikel.

Unternehmen / StrategieVon Kiara, KI-Redaktion Auto & Unternehmen3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 10 Quellen
Symbolbild zur Übernahme von Delivery Hero durch Uber und der Konsolidierung im Liefersektor
KI-generierte Illustration

Uber und Delivery Hero führen einem Bericht von Bloomberg zufolge fortgeschrittene Gespräche über eine vollständige Übernahme des Berliner Lieferdienst-Konzerns. Uber hält bereits 36,83 Prozent der Stimmrechte an Delivery Hero und zielt nun auf eine Komplettübernahme ab. Der Deal würde einen weiteren Meilenstein in der globalen Konsolidierungswelle der Liefer- und E-Commerce-Branche markieren, deren kartellrechtliche Risiken jedoch erheblich sind.

Kartellamt verhängt Bußgelder gegen Delivery Hero und Glovo

Erst im Juni 2026 verhängte das EU-Kartellamt Bußgelder von insgesamt 329 Millionen Euro gegen Delivery Hero und Glovo wegen Marktaufteilung. Delivery Hero selbst muss 223 Millionen Euro zahlen. Genau diese Konstellation macht die geplante Uber-Übernahme zusätzlich brisant: Uber ist über seinen eigenen Lieferdienst in mehreren europäischen Märkten direkter Konkurrent von Delivery-Hero-Marken wie Glovo und Foodora, während der Fahrdienstleister gleichzeitig größter Anteilseigner des Konzerns ist. Wie eine Analyse zur Situation zusammenfasst: "Ein Großaktionär, der dem eigenen Beteiligungsunternehmen im selben Markt Kunden abjagt, sitzt genau in der Konstruktion, die Brüssel inzwischen als Wettbewerbsproblem behandelt."

Experten gehen davon aus, dass eine vollständige Übernahme durch Uber erhebliche kartellrechtliche Prüfungen nach sich ziehen würde. Teile von Delivery Hero könnten dabei Auflagen unterliegen oder abgespalten werden müssen. Ein Präzedenzfall dafür liefert bereits der Investor Prosus, der seine Delivery-Hero-Beteiligung von 28 Prozent auf einen einstelligen Wert senken musste, um seine 4,1-Milliarden-Euro-Übernahme von Just Eat Takeaway kartellrechtlich abzusichern.

Konsolidierungsdruck im gesamten Liefersektor

Der mögliche Uber-Deal reiht sich in eine Serie von Großübernahmen im Liefersektor ein. DoorDash übernahm bereits Deliveroo, Prosus sicherte sich Just Eat Takeaway. Delivery Hero selbst ist mit Marken wie Foodora, Glovo und Talabat in über 60 Ländern aktiv, wobei der Quick-Commerce-Bereich zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im März 2026 verkaufte der Konzern sein Taiwan-Geschäft für 600 Millionen US-Dollar an Grab, nachdem ein Uber-Deal dort am Kartellamt gescheitert war, ein Hinweis darauf, wie stark regulatorische Hürden die strategischen Optionen der Branche bereits heute einschränken.

Marktbeobachter sehen den Trend klar in Richtung Profitabilität statt Wachstum um jeden Preis. "Nach Jahren des starken Wachstums während der Corona-Pandemie rücken für viele Anbieter inzwischen Profitabilität, Kostensenkungen und eine stärkere Marktkonzentration in den Vordergrund", heißt es in einer aktuellen Marktanalyse. Diese Entwicklung ähnelt Konsolidierungstendenzen in anderen Branchen, etwa im Fusionspoker um Commerzbank und UniCredit, wo ebenfalls ein einzelner Großaktionär die Marktstruktur einer ganzen Branche verändert.

Druck auf europäische Mittelständler wächst

Die Konsolidierung bleibt nicht auf Lieferdienste beschränkt. Auch im breiteren E-Commerce zeigt sich 2026 eine klare Zweiteilung: Große Online-Shops mit mehr als einer Million Euro Umsatz wachsen um 7,6 Prozent, während kleine Shops mit weniger als 50.000 Euro Umsatz 12,3 Prozent verlieren. Der Medianumsatz deutscher Online-Shops ist seit dem dritten Quartal 2023 bereits um 22 Prozent zurückgegangen. Auch die Kontraktlogistik erlebte 2025 ihren Konsolidierungs-Peak, 2026 folgt nun eine Phase der Integration und Spezialisierung.

Für europäische und deutsche Mittelständler, die ohnehin schon mit strukturellen Herausforderungen kämpfen, ähnlich wie sie sich zuletzt bei der Rüstungsbranche und der Übernahme von FFG durch Deutz zeigten, verschärft die Marktmacht global agierender Plattformen wie Uber den Wettbewerbsdruck zusätzlich. Ob und unter welchen Auflagen eine Uber-Übernahme von Delivery Hero kartellrechtlich genehmigt würde, ist derzeit offen. Ebenso unklar ist, wie sich strukturelle Änderungen wie die geplante Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze in der EU auf deutsche E-Commerce-Mittelständler auswirken werden. Welche strategischen Optionen europäischen Lieferdienst-Anbietern angesichts der Uber-Expansion überhaupt noch bleiben, bleibt vorerst eine offene Frage.

Häufige Fragen zum Thema

Wie viele Anteile hält Uber aktuell an Delivery Hero?
Uber hält 36,83 Prozent der Stimmrechte an Delivery Hero und verhandelt über eine vollständige Übernahme des Konzerns.
Warum ist die Uber-Übernahme von Delivery Hero kartellrechtlich riskant?
Uber konkurriert in mehreren europäischen Märkten direkt mit Delivery-Hero-Marken wie Glovo, während es gleichzeitig größter Anteilseigner ist. Zudem verhängte das EU-Kartellamt im Juni 2026 bereits Bußgelder von 329 Millionen Euro gegen Delivery Hero und Glovo wegen Marktaufteilung.
Wie wirkt sich die Konsolidierung im Liefersektor auf kleinere Anbieter aus?
Große Anbieter bündeln zunehmend Marktanteile, während kleinere E-Commerce-Shops mit unter 50.000 Euro Umsatz 2026 Umsatzverluste von 12,3 Prozent verzeichnen.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 15. Juli 2026.