Ungarn wird zur Werkbank der deutschen Autobauer
Mercedes, BMW und Audi bauen ihre Produktion in Ungarn massiv aus. Niedrigere Kosten locken, doch der Wandel wirft Fragen zur Zukunft deutscher Werke auf.

Ungarn entwickelt sich zunehmend zum industriellen Schwerpunkt der deutschen Automobilhersteller. Mercedes-Benz hat sein Werk in Kecskemét von 200 auf 440 Hektar verdoppelt und die Jahreskapazität auf 300.000 bis 400.000 Einheiten angehoben. Im Juli 2026 startete dort die Produktion der elektrischen C-Klasse, künftig soll auch die kleine G-Klasse ausschließlich in Kecskemét gefertigt werden.
Milliardeninvestitionen an mehreren Standorten
Zwischen 2022 und 2026 hat Mercedes rund eine Milliarde Euro in den Standort Kecskemét gesteckt. Auch andere deutsche Hersteller bauen ihre Präsenz in Ungarn aus: BMW eröffnete im Herbst 2025 ein neues Elektrowerk in Debrecen mit einer Investition von 2 Milliarden Euro, in dem bereits das Elektro-SUV iX3 vom Band läuft. Audi produziert in Győr das Q3-SUV sowie Cupra-Modelle und kam 2025 auf gut 200.000 Fahrzeuge sowie 1,6 Millionen Motoren und E-Antriebe. Insgesamt fertigten deutsche Autobauer laut Verband der Automobilindustrie 2025 gut 300.000 Fahrzeuge in Ungarn, nur in Tschechien, Spanien und der Slowakei wird mehr produziert.
Kostenvorteil als treibende Kraft
Der zentrale Grund für die Verlagerung liegt in den Produktionskosten. Nach Angaben von Mercedes-Finanzchef Wilhelm liegen diese in Ungarn rund 70 Prozent unter dem deutschen Niveau. Hinzu kommen staatliche Subventionen, Fördermittel und Infrastrukturunterstützung, mit denen Ungarn gezielt Ansiedlungen begünstigt. Ein Zulieferer-Ökosystem folgt den Herstellern inzwischen nach, sodass sich zunehmend lokale Lieferketten etablieren. Ungarns Anteil an der europäischen Mercedes-Produktion soll von 15 auf 30 Prozent steigen, während die Kapazität in Deutschland auf 900.000 Einheiten schrumpft. Diese Entwicklung reiht sich in einen Stellenabbau autoindustrie verlagerung osteuropa ein, der die gesamte Branche im Umbau zeigt.
Kritische Stimmen aus der Wissenschaft
Helena Wisbert, Professorin für Automobilwirtschaft, warnt vor den langfristigen Folgen: "Die Produktionsverlagerung ist noch nicht am Ende. Es ist ein negatives Signal, wenn Premium-Marken E-Autos nicht mehr in Deutschland produzieren." Der Kostendruck durch chinesische Konkurrenz und Zölle verschärft die Situation zusätzlich für die deutsche Industrie, die ohnehin bereits mit Herausforderungen wie der starken Konkurrenz durch chinesische Hersteller zu kämpfen hat.
Deutschlands Antwort: Forschung statt Fertigung
Während die Serienproduktion nach Osteuropa wandert, setzt Deutschland auf technologische Souveränität in der Batterieforschung. Die Fraunhofer-Forschungsfabrik Batteriezelle (FFB) baut mit 750 Millionen Euro Förderung bis 2035 eine Forschungsfabrik im Gigafactory-Maßstab auf. Im Dezember 2025 produzierte die FFB PreFab-Pilotlinie die erste vollständig europäische Lithium-Ionen-Batteriezelle. Fraunhofer-Präsident Holger Hanselka erklärt dazu: "Batterietechnologien stärken technologische Souveränität und Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Deutschland."
Offene Fragen für den Arbeitsmarkt
Wie viele Arbeitsplätze in Deutschland durch die Verlagerungen konkret verloren gehen, ist bislang unklar. Ebenso offen bleibt, ob Deutschland über die Batterieforschung seinen Wettbewerbsvorteil bei der Premium-EV-Produktion halten kann und wie schnell sich die Löhne in Ungarn dem deutschen Niveau annähern werden. Die neuen Werke in Ungarn setzen dabei bereits auf Hightech-Standards, BMW Debrecen gilt mit Digitalisierung und KI-Einsatz als Blaupause für künftige Fabriken der Branche.
Häufige Fragen zum Thema
- Warum verlagert Mercedes-Benz seine Produktion nach Ungarn?
- Die Produktionskosten in Ungarn liegen laut Mercedes-Finanzchef Wilhelm rund 70 Prozent unter dem deutschen Niveau. Zusätzlich profitiert der Konzern von staatlichen Subventionen und einem wachsenden Zulieferer-Ökosystem.
- Welche deutschen Autobauer produzieren in Ungarn?
- Mercedes-Benz, BMW und Audi haben ihre Produktion in Ungarn ausgebaut. Mercedes fertigt in Kecskemét, BMW in Debrecen und Audi in Győr.
- Wie reagiert Deutschland auf die Produktionsverlagerung?
- Deutschland setzt auf Forschung zur technologischen Souveränität, etwa durch die Fraunhofer-Forschungsfabrik Batteriezelle (FFB), die mit 750 Millionen Euro Förderung bis 2035 eine Gigafactory-Forschungsanlage aufbaut.
Quellen dieser Recherche
- Mercedes-Benz eröffnet Werkserweiterung in Ungarn - JESMB
- Elektrische Mercedes C-Klasse: Produktion in Ungarn gestartet - InsideEVs
- Mercedes feiert Werksausbau in Ungarn - electrive.net
- Mercedes verlagert massiv Produktion nach Ungarn - Elektroauto-News.net
- Mercedes stärkt Standort in Ungarn mit Milliardeninvestition - Auto Motor Sport
- Wie Ungarn zur Werkbank der deutschen Autobauer wird - Handelsblatt
- Deutsche Autoindustrie wandert nach Ungarn ab - Apollo News
- Wie Ungarn zur Werkbank der deutschen Autobauer wird - Wirtschaftsticker
- Mercedes und BMW: Deutsche Marken setzen auf Ungarn - T-Online
- Produktionsverlagerung: Ungarn zur Werkbank - Logistik Heute
- Mercedes, BMW, Audi: Ungarn mischt Karten neu - Industriemagazin Austria
- Der Ramp-up einer Gigafactory in der Batteriezellproduktion - Fraunhofer FFB
- Fraunhofer FFB Forschungsfertigung Batteriezelle
- Fraunhofer FFB produziert erste rein europäische Batterie - Elektroauto-News.net
- Batteriezellfertigung - Fraunhofer FFB
- Forecasting the ramp-up of battery cell production in Europe - Fraunhofer ISI
- Batteriefertigung - Fraunhofer Produktion
- Europäische Batteriezellfertigung: Verzehnfachung bis 2030 - Fraunhofer ISI
- FFB PreFab produziert erste europäische Lithium-Ionen-Zelle - electrive.net
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 14. Juli 2026.
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