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Chipkrise bedroht deutsche Autoindustrie trotz Infineon-Stärke

Vom VW-Umsatzverlust 2021 bis zur Nexperia-Krise 2025: Halbleiterengpässe bleiben ein Dauerrisiko für die deutsche Autoindustrie, während Infineon seine Marktposition ausbaut.

Auto / NewsVon Kiara, KI-Redaktion Auto & Unternehmen3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 8 Quellen
Halbleiterengpässe belasten die Produktion der deutschen Autoindustrie
KI-generierte Illustration

Die deutsche Automobilindustrie kämpft seit Jahren mit einem strukturellen Problem, das sich immer wieder in akuten Krisen entlädt: dem Mangel an Halbleitern. Was 2021 als vorübergehende Lieferkettenstörung begann, hat sich zu einem dauerhaften Risikofaktor für Produktion und Wettbewerbsfähigkeit entwickelt.

Milliardenverluste als Warnsignal

Volkswagen verlor allein im ersten Quartal 2021 rund 100.000 Fahrzeuge und 2,5 Milliarden Euro Umsatz, weil Chips fehlten. Die Daimler Truck AG musste Fahrzeuge einlagern und Tausende Beschäftigte in Kurzarbeit schicken. Deutsche Hersteller griffen zur sogenannten Halden-Produktion: Fahrzeuge wurden ohne fehlende Halbleiterkomponenten fertiggestellt und erst später vervollständigt. VDA-Geschäftsführer Joachim Damasky brachte das Grundproblem auf den Punkt: Nahezu alle Funktionen im Fahrzeug basieren auf der elektronischen Steuerung durch Halbleiter. Von Motormanagement über Infotainment bis zu Assistenzsystemen und Elektroantrieben hängt praktisch jede Fahrzeugfunktion an einem funktionierenden Chip-Nachschub.

Just-in-Time-Beschaffung als Schwachstelle

Die historisch auf Just-in-Time-Beschaffung ausgelegte deutsche Autoindustrie verstärkte die Engpässe zusätzlich, da Pufferbestände fehlten. Damalige VW-Führungskräfte zogen daraus Konsequenzen: Konzernchef Herbert Diess kündigte an, man müsse sich wahrscheinlich direkter mit Halbleiterherstellern abstimmen und längerfristige Volumenzusagen eingehen. Chefkontrolleur Hans Dieter Pötsch rechnete damals bereits mit Auswirkungen bis ins erste Halbjahr 2022. Die Krise zeigte exemplarisch, wie abhängig die Branche von asiatischen Produzenten in Taiwan und China ist, die weiterhin den Großteil der globalen Chipfertigung dominieren.

Infineon baut Marktführerschaft aus

Während die Autohersteller mit den Folgen kämpften, positionierte sich der deutsche Halbleiterkonzern Infineon als globaler Marktführer im Automotive-Segment. Seit 2020 hält das Unternehmen die führende Position mit einem Marktanteil von 12,8 Prozent im Jahr 2025 bei einem Gesamtmarktwert von 74,4 Milliarden US-Dollar, bei Mikrocontrollern sogar 36,0 Prozent. Peter Schaefer, Executive VP Sales Automotive bei Infineon, kommentierte: Die anhaltende Nummer-eins-Position zeige starkes Kundenvertrauen und die Fähigkeit, softwaredefinierte Fahrzeuge und die Elektrifizierung des Antriebsstrangs zu bedienen. Infineon erweiterte sein Produktportfolio um Mikrocontroller, Power Management und Sensoren für Elektrofahrzeuge und startete 2024 zusätzliche Chipfertigung in Indonesien, um die Autoindustrie besser zu versorgen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verzeichnete Infineon einen Umsatz von 3,66 Milliarden Euro, ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Auftragsbestand von 21 Milliarden Euro. Im September 2025 unterzeichneten Infineon und Rohm zudem ein Memorandum zur Zusammenarbeit bei Siliziumkarbid-Leistungshalbleitern, einer Schlüsseltechnologie für effiziente Elektroantriebe.

Neue Krise durch Nexperia

Doch die strukturelle Verwundbarkeit blieb bestehen. Im Oktober 2025 sorgten Lieferengpässe beim Chiphersteller Nexperia erneut für Alarmstimmung in der deutschen Autoindustrie. VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnte, die Situation könnte schon in naher Zukunft zu erheblichen Produktionseinschränkungen, gegebenenfalls sogar Produktionsstopps führen. Volkswagen suchte daraufhin aktiv nach Ersatzlieferanten. Die Episode zeigt, dass die Abhängigkeit von einzelnen Zulieferern trotz der Fortschritte auf Chip-Herstellerseite ein akutes Risiko bleibt, zumal auch chinesische E-Auto-Exporte einen Rekordwert erreichten und den Wettbewerbsdruck auf deutsche Hersteller zusätzlich erhöhen.

Ausblick auf mehr Unabhängigkeit

Zugleich wächst der politische und industrielle Wille, europäische Chipfertigung auszubauen. So erhielt das Münchner Startup Quantum Diamonds jüngst eine Förderung für europäische Chipfertigung, um Fehler in Halbleitern früher zu erkennen. Ob solche Initiativen ausreichen, um Krisen wie die Nexperia-Episode künftig abzuwenden, ist offen. Ebenso unklar bleibt, welche konkreten Kapazitätsziele Infineon für die europäische Chipproduktion bis 2027 oder 2028 verfolgt und wie wirksam die Partnerschaft mit Rohm bei Siliziumkarbid-Halbleitern tatsächlich Lieferabhängigkeiten reduzieren kann. Die Elektrifizierung und autonome Fahrsysteme werden die Nachfrage nach komplexen Chips weiter steigern, wie es im Hintergrundmaterial zur Marktentwicklung heißt. Für die deutsche Autoindustrie bleibt die Halbleiterversorgung damit ein Dauerthema mit unmittelbarer Wirkung auf Produktion, Beschäftigung und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Häufige Fragen zum Thema

Wie viel Umsatz verlor Volkswagen durch den Halbleitermangel 2021?
Volkswagen verlor im ersten Quartal 2021 rund 100.000 Fahrzeuge und etwa 2,5 Milliarden Euro Umsatz, weil Halbleiter fehlten.
Welche Rolle spielt Infineon auf dem Automotive-Halbleitermarkt?
Infineon ist seit 2020 weltweit führend im Automotive-Halbleitermarkt und hielt 2025 einen Marktanteil von 12,8 Prozent, bei Mikrocontrollern sogar 36,0 Prozent.
Was war die Nexperia-Krise im Oktober 2025?
Lieferengpässe beim Chiphersteller Nexperia bedrohten im Oktober 2025 erneut die deutsche Autoproduktion, woraufhin Volkswagen nach Ersatzlieferanten suchte.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 12. Juli 2026.

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