Thyssenkrupp Steel plant radikalen Umbau mit Stellenabbau und Milliardenzielen
Thyssenkrupp Steel will mit einem radikalen Umbau und Stellenabbau von bis zu 11.000 Jobs die Profitabilitaet steigern. Das Mittelfristziel: 1,2 Milliarden Euro EBITDA statt 384 Millionen Euro.

Thyssenkrupp Steel hat auf einem Capital Market Day ein ambitioniertes Mittelfristziel formuliert: Statt der 384 Millionen Euro bereinigtem EBITDA aus dem Geschäftsjahr 2024/25 soll die Stahlsparte künftig mindestens 1,2 Milliarden Euro erreichen. Der Weg dorthin führt über einen tiefgreifenden Umbau, der den Abbau oder die Auslagerung von bis zu 11.000 der rund 26.000 Stellen vorsieht.
Transform30+ als Kernstrategie
Die Strategie mit dem Namen Transform30+ soll laut Unternehmensangaben auf dem Capital Market Day eine nachhaltige Steigerung von Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen. Thyssenkrupp Steel ist nach eigenen Angaben Nummer eins bei Flachstahl in Deutschland und Nummer zwei in Europa und will diese Marktposition nutzen, um mittelfristig eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 11 Prozent sowie einen positiven Free Cashflow zu erreichen.
Operativ zeigt sich der Umbau bereits am Standort Duisburg: Mit dem modernisierten Warmbandwerk 4 sowie Um- und Neubauten der Stranggießanlagen 3 und 4 will das Unternehmen das Produktionsnetzwerk optimieren. Vorstandssprecher Dennis Grimm erklärte dazu, mit den Investitionen würden wesentliche Weichen für die Zukunftsfähigkeit gestellt, gerade auch in Richtung Effizienz und Profitabilität.
Verluste belasten den Gesamtkonzern
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet der Thyssenkrupp-Konzern mit einem Gesamtverlust zwischen 800 und 400 Millionen Euro, der primär auf die Umbaukosten der Stahlsparte zurückgeht. Finanzchef Axel Hamann äußerte sich zur Umsatzerwartung zurückhaltend, auch angesichts der verschärften geopolitischen Unsicherheiten. Für Thyssenkrupp Steel selbst wird für das laufende Geschäftsjahr ein bereinigtes EBITDA von 400 Millionen Euro erwartet, deutlich unter dem langfristigen Ziel.
Trotz dieser kurzfristigen Belastungen verbessert das Effizienzprogramm die Ergebnisse der Stahlsparte bereits, wie aus operativen Fortschritten hervorgeht, wenn auch das Marktumfeld verhalten bleibt. Die Verselbstständigung von Thyssenkrupp Steel Europe bleibt nach dem Abbruch der Verkaufsgespräche mit dem indischen Konzern Jindal weiterhin das erklärte Ziel des Konzerns, der sich zunehmend als fokussierte Finanzholding positioniert. Ähnliche strukturelle Neuausrichtungen zeigen sich derzeit auch in anderen deutschen Schlüsselbranchen, etwa wenn BASF eine mögliche Übernahme von Evonik prüft, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Strukturelle Probleme bleiben ungelöst
Hinter dem Umbau bei Thyssenkrupp Steel steht ein branchenweites Problem: Die deutsche Stahlproduktion ist unter aktuellen Bedingungen mittelfristig nicht profitabel, solange die Stahlpreise nicht steigen. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl warnte beim Stahldialog 2025, besonders die wachsenden globalen Überkapazitäten, hohe Energiepreise und ungleiche Wettbewerbsbedingungen gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlproduktion in Deutschland.
Besonders deutlich wird das Dilemma bei grünem Stahl: Während konventioneller Stahl weltweit zwischen 650 und 750 Euro pro Tonne kostet, liegt der Preis für grün produzierten Stahl bei 870 bis 1.050 Euro pro Tonne. Diese Rentabilitätslücke hat bereits dazu geführt, dass ArcelorMittal aus einem hochsubventionierten Projekt beim grünen Stahl ausgestiegen ist. Auch andere Industriezweige spüren den Anpassungsdruck der vergangenen Jahre, etwa wenn deutsche Autobauer massiv Profitabilität und Marktanteile verlieren und sich international neu positionieren müssen.
Konsolidierung als Ausblick
Parallel zu den operativen Umbauten in der Stahlindustrie zeigt der europäische M&A-Markt für 2026 eine Erholung mit höheren Dealvolumina und stärkerer Beteiligung von Private-Equity-Investoren. Ob die Verselbstständigung von Thyssenkrupp Steel Europe tatsächlich realisiert wird oder ob neue Übernahme- oder Fusionsszenarien folgen, ist derzeit offen. Ebenso unklar bleibt, ob operative Effizienzmaßnahmen und Kostenabbau allein ausreichen, um die strukturellen Probleme bei Energiepreisen und der Wirtschaftlichkeit grüner Stahlproduktion zu kompensieren. Welche Konsolidierungsschritte in der europäischen Stahlindustrie insgesamt folgen und wie sich Wettbewerber wie ArcelorMittal positionieren, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.
Häufige Fragen zum Thema
- Wie viele Stellen will Thyssenkrupp Steel abbauen?
- Thyssenkrupp Steel plant den Abbau oder die Auslagerung von bis zu 11.000 der rund 26.000 Stellen im Zuge des Konzernumbaus.
- Welches EBITDA-Ziel verfolgt Thyssenkrupp Steel?
- Mittelfristig soll das bereinigte EBITDA mindestens 1,2 Milliarden Euro erreichen, gegenüber 384 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024/25.
- Warum ist grüner Stahl aktuell wirtschaftlich unattraktiv?
- Grüner Stahl kostet weltweit zwischen 870 und 1.050 Euro pro Tonne, während konventioneller Stahl nur 650 bis 750 Euro pro Tonne kostet, was die Wirtschaftlichkeit stark einschränkt.
Quellen dieser Recherche
- Thyssenkrupp Steel will profitabler werden - onvista/Reuters
- Thyssenkrupp: Umbau zeigt operative Fortschritte - produktion.de
- Thyssenkrupp glaubt nicht mehr an Umsatzplus in 2026 - Börsen-Zeitung
- Optimierte Produktion für Kundenmärkte der Zukunft - Home of Steel
- Capital Market Day: thyssenkrupp Steel bekräftigt Strategie und nennt Mittelfristziele - PresseBox
- Thyssenkrupp Steel Unit Aims Triple Core Profit in Turnaround - Global Banking and Finance
- M&A-Markt 2026: Rückkehr zur Normalität - Table.Media
- Europas M&A und PE 2026: Selektivere Deals - IT Boltwise
- Position Zukunftsfähige Stahlindustrie - SPD-Fraktion
- Zukunft der Stahlindustrie steht auf dem Spiel - bvse
- Volkswirtschaftliche Folgen einer Schwächung der Stahlindustrie - Prognos
- Darum braucht Deutschland seine Stahlindustrie - IG Metall
- Schwere Katerstimmung im Förderparadies: Nichts geht mehr beim grünen Stahl - Tichy's Einblick
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 28. September 2026.
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