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Wurst-Krise: Zur-Mühlen-Gruppe schließt Werk Dissen und bündelt Produktion in Loxten

Deutschlands größter Wursthersteller schließt das Werk Dissen und verlagert die Produktion nach Versmold-Loxten. 230 Beschäftigte sollen wechseln, die Branche steckt mitten im Strukturwandel.

Unternehmen / StrategieVon Kiara, KI-Redaktion Auto & Unternehmen2 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 10 Quellen
Werksschließung Zur-Mühlen-Gruppe symbolisiert Konsolidierung der Wurstindustrie
KI-generierte Illustration

Die Zur-Mühlen-Gruppe, Deutschlands größter Wursthersteller, schließt ihr Werk in Dissen, Niedersachsen. Die Produktion der Marke Schulte wird an den rund neun Kilometer entfernten Standort Versmold-Loxten verlagert. Den 230 betroffenen Beschäftigten wurde ein Wechselangebot nach Loxten unterbreitet.

Zwei Werke, ein Produkt

Hintergrund der Schließung ist eine interne Konsolidierung: Beide Standorte produzierten bislang ähnliche Produkte unter der Marke Schulte für den Fachgroßhandel. Gleichzeitig kämpfte das Werk Loxten mit sinkender Auslastung, während in Dissen hoher Investitionsbedarf bestand, ohne dass sich eine Refinanzierung abzeichnete. Zudem liegt das Werk Dissen mitten in einem Wohngebiet, was die Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts stark begrenzt. Durch die Zusammenlegung wächst die Belegschaft in Loxten von bisher 650 auf etwa 880 Beschäftigte.

Geschäftsführer Axel Knau begründete den Schritt mit der Bündelung von Ressourcen: "Wir bündeln in Loxten nicht nur Produktionskapazitäten, sondern vor allem Erfahrung und Know-how." Die Zur-Mühlen-Gruppe gehört zur Premium Food Group, vormals Tönnies, und vereint bekannte Marken wie Böklunder, Gutfried, Zimbo, Schulte, Könecke und Jensen's unter ihrem Dach.

Gewerkschaft sieht Branchentrend

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) begleitet die Fusion nach eigenen Angaben eng und spricht von Verhandlungen auf Augenhöhe. Zugleich kritisiert sie die zunehmende Marktkonzentration in der Branche. Gewerkschaftssekretär Alexandru Zidaru sagte: "In der Branche finden gerade viele Konzentrationen von Betrieben statt." Ein ungelöstes Thema bleibt dabei die Tarifstruktur: Nach der Fusion von Reinert und Kemper 2022 zu TFB haben die Mitarbeiter am Standort Loxten noch immer unterschiedliche Haustarifverträge. Wann diese angeglichen werden und zu welchen Bedingungen, ist bislang offen.

Strukturbruch in der gesamten Branche

Die Schließung in Dissen steht exemplarisch für einen branchenweiten Umbruch. Die deutsche Fleischerzeugung sank 2023 auf 6,8 Millionen Tonnen Schlachtgewicht, ein Rückgang von 280.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr und bereits der siebte Rückgang in Folge. Knapp 60 Prozent der Betriebe in der Fleischwirtschaft sind mit ihrer Werksauslastung unzufrieden, der Markt leidet unter Überkapazitäten. 58 Prozent der Betriebe sehen sich nach eigener Einschätzung erst am Beginn des Transformationsprozesses.

Hinzu kommt wachsender Preisdruck durch internationale Konkurrenz. Während die Wurst-Importe nach Deutschland zwischen 2020 und 2023 von 104.866 auf 126.880 Tonnen stiegen, verlieren deutsche Hersteller bei stabiler Nachfrage Marktanteile. VDF-Vorsitzender Martin Müller bringt die Lage auf den Punkt: "Die Konsolidierung wird weitergehen." Er sieht zudem strukturelle Ursachen: "In Deutschland herrscht in der Fleisch- und Fleischwarenproduktion eine Atmosphäre von Überregulierung und Unsicherheit."

Konsolidierung als Überlebensstrategie

Der Fall Dissen reiht sich damit in eine Entwicklung ein, die auch andere Branchen des deutschen Mittelstands betrifft: Größere Konzernstrukturen übernehmen zunehmend Funktionen, die kleinere, traditionell gewachsene Standorte nicht mehr wirtschaftlich erfüllen können. Ähnlich wie in anderen Sektoren, in denen etwa milliardenschwere Übernahmen im Rüstungssektor für Aufsehen sorgen, zeigt sich auch in der Wurstindustrie ein klarer Trend: Große schlucken Kleine, Portfolios werden bereinigt, Standorte konsolidiert.

Offen bleibt, wie viele der 230 Schulte-Mitarbeiter das Wechselangebot nach Loxten tatsächlich annehmen werden. Ebenso unklar ist, welche Konsequenzen die Schließung mittelfristig für den weiteren Konsolidierungskurs der gesamten Zur-Mühlen-Gruppe haben wird.

Häufige Fragen zum Thema

Warum schließt die Zur-Mühlen-Gruppe das Werk in Dissen?
Die Gründe sind sinkende Auslastung in Loxten, hoher Investitionsbedarf in Dissen ohne Refinanzierungsperspektive und begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts, der mitten in einem Wohngebiet liegt.
Was passiert mit den Beschäftigten aus Dissen?
Den 230 Mitarbeitern wurde ein Angebot zum Wechsel an den rund neun Kilometer entfernten Standort Versmold-Loxten unterbreitet, wo die Belegschaft dadurch von 650 auf etwa 880 Beschäftigte wächst.
Warum konsolidiert sich die deutsche Wurstbranche derzeit so stark?
Gründe sind sinkende Fleischerzeugung, Überkapazitäten, steigende Importkonkurrenz sowie wachsender Preis-, Energie- und Kostendruck, die große Hersteller zur Bündelung von Standorten zwingen.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 6. November 2026.