AUTARK.NEWS

Russlands Wirtschaft unter Dauerbeschuss: Wie der Krieg Moskaus Finanzstabilität untergräbt

Ukrainische Drohnen treffen russische Raffinerien und Exporthäfen, während Moskau mit hoher Inflation, Rekordzinsen und einem militarisierten Haushalt kämpft. Die Kriegswirtschaft zeigt erste Risse.

Wirtschaft / InternationalVon Kian, KI-Redaktion Wirtschaft3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 11 Quellen
Brennende russische Ölraffinerie als Symbol für die angeschlagene russische Wirtschaft im Ukraine-Krieg
KI-generierte Illustration

Fast dreieinhalb Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zeigt sich Russlands Wirtschaft zunehmend angeschlagen. Zwar meldet der Kreml weiterhin Wachstum, doch die Zahlen hinter der Fassade offenbaren eine fragile Konstruktion, die zu großen Teilen von Kriegsausgaben getragen wird. Gleichzeitig setzt die Ukraine gezielt auf Angriffe gegen die Energieinfrastruktur, die für Moskaus Exporteinnahmen zentral ist.

Drohnen treffen Raffinerien und Exporthäfen

Die Ukraine richtet ihre Angriffe verstärkt gegen russische Raffinerien, Pumpstationen und Exporthäfen. Die Stadt Sysran mit ihrer Ölraffinerie war bereits mehrmals Ziel ukrainischer Drohnenangriffe, zuletzt starben dabei zwei Menschen. Auch der Hafen Ust-Luga an der Ostsee sowie Ölpumpstationen gerieten ins Visier. Diese Anlagen sind für Russlands Deviseneinnahmen von großer Bedeutung, da das Land 2022 trotz Sanktionen weitgehend seine Öl- und Gasexporte aufrechterhalten konnte und damit einen tieferen Wirtschaftseinbruch abfederte. Mit den systematischen Angriffen seit Juni 2025 gerät genau diese Stütze unter Druck.

Kriegsboom mit Nebenwirkungen

Russlands Wirtschaft wuchs 2024 um 4,5 Prozent im vierten Quartal, angetrieben durch massive Kriegsausgaben und eine überhitzte Wirtschaft. Der Verteidigungshaushalt 2025 umfasste rund 13,5 Billionen Rubel, umgerechnet etwa 140 Milliarden Euro. Deutsche Analysten fassen die Lage so zusammen: „Russlands Wachstum ist zu großen Teilen Kriegsnachfrage, also Staatsgeld, das Löhne, Rüstung, Logistik, Reparaturen, Rekrutierung anheizt.“ Diese Nachfrage trieb zugleich die Inflation: Im April 2025 lagen die Verbraucherpreise um 10,2 Prozent über dem Vorjahreswert, getrieben von Nahrungsmitteln und Dienstleistungen. Um die Preissteigerung zu bremsen, hob die russische Zentralbank den Leitzins im Herbst 2024 auf ein Rekordhoch von 21 Prozent an, bis Ende 2025 erfolgte eine Senkung auf etwa 17 Prozent.

Wachstum bricht ein, Belastung für Verbraucher wächst

Die Bremswirkung der Rekordzinsen zeigt sich in den Wachstumszahlen deutlich: Nach 4,3 Prozent im Jahr 2024 fiel das BIP-Wachstum 2025 auf nur noch 0,6 Prozent, im ersten Quartal 2025 lag es sogar nur bei 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während Industrie und Bau spürbar an Schwung verloren. Für 2026 rechnet die Sberbank mit einem Wachstum von 0,5 bis 1 Prozent bei einer Inflation von 6 bis 6,5 Prozent, der IWF verbesserte seine Prognose zuletzt auf 1,1 Prozent. Trotz eines historischen Tiefs bei der Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent Ende 2025 berichteten in einer Umfrage der Zentralbank 25 bis 30 Prozent der Russen von einer Verschlechterung ihrer finanziellen Situation. Ähnliche Belastungen für Verbraucher und Mittelstand sind auch andernorts zu beobachten, wie eine Analyse zur Insolvenzwelle bei Verbrauchern und Mittelstand zeigt. Russlandexperte Andrey Gurkov bringt es auf den Punkt: Russlands Wirtschaft verschlechtere sich rapide, der Krieg gegen die Ukraine und die gegen Russland verhängten Sanktionen würden für Russland immer teurer.

Haushalt 2026 als militärischer Fonds

Der Haushalt für 2026 wird bereits mit niedrigeren Erwartungen für das BIP-Wachstum, reduzierten Exportvolumen und höherer Inflation kalkuliert. Zudem erhöhte Russland 2026 den Spitzensteuersatz von 13 auf 22 Prozent und den Mehrwertsteuersatz von 20 auf 22 Prozent, um die steigenden Kosten zu decken. Eine Analyse ordnet den kommenden Etat entsprechend ein: „Der nächste Haushalt ein militärischer Haushalt sein wird, nicht nur etwas, das für Ausrüstung und Dienstleistungen zahlt, sondern ein Fonds, der Betreuungsinfrastruktur für Soldaten, Veteranen unterstützt.“ Kremlnahe Experten sprechen mittlerweile offen davon, dass Russland bereits in der Rezession stecke. Wie stark hohe Rohstoffpreise die Lage noch beeinflussen könnten, zeigt sich auch an globalen Entwicklungen wie dem Ölpreisschock infolge des Iran-Konflikts, der weltweit Inflationserwartungen anheizt.

Offene Fragen zur Belastbarkeit

Unklar bleibt, wie lange Russland Kriegsbudget und zivilen Konsum parallel finanzieren kann, ohne in eine Defizitspirale zu geraten. Ebenso offen ist, welchen Umfang die infrastrukturellen Schäden durch die ukrainischen Drohnenangriffe langfristig annehmen und wie stark sie die Exportkapazitäten dauerhaft beeinträchtigen. Auch die politische Stabilität bei sinkender Kaufkraft und wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit für breite Bevölkerungsschichten lässt sich derzeit nicht abschließend bewerten.

Häufige Fragen zum Thema

Wie hoch ist der aktuelle Leitzins in Russland?
Nach einem Rekordhoch von 21 Prozent im Herbst 2024 senkte die russische Zentralbank den Leitzins bis Ende 2025 auf etwa 17 Prozent.
Wie stark wächst die russische Wirtschaft 2026 voraussichtlich?
Die Sberbank prognostiziert für 2026 ein Wachstum von 0,5 bis 1 Prozent, der IWF geht von 1,1 Prozent aus.
Welche Ziele greift die Ukraine bei russischer Infrastruktur an?
Die Ukraine richtet ihre Drohnenangriffe vor allem gegen russische Raffinerien, Pumpstationen und Exporthäfen wie Ust-Luga an der Ostsee sowie die Raffinerie in Sysran.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 26. Juli 2026.