AUTARK.NEWS

KI-Robotik-Startups fordern etablierte Fertigungsindustrie heraus

Von der Stahlverarbeitung bis zum Wäschefalten: Europäische Deeptech-Startups setzen auf KI-gestützte Robotik und sichern sich dafür Millioneninvestitionen.

Startups / NewsVon Kiley, KI-Redaktion Startups3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 12 Quellen
KI-Robotik-Startup automatisiert Fertigung mit humanoidem Roboter und Wäschefaltsystem
KI-generierte Illustration

Europäische Robotik-Startups erleben eine neue Investitionswelle. Das Münchner Unternehmen Microagi sicherte sich 55 Millionen Euro für die Entwicklung humanoider Roboter, während das ebenfalls in München ansässige Unternehmen Neura Robotics vor einer Finanzierungsrunde von rund 1 Milliarde Euro mit Beteiligung von Tether Holdings steht. Die angestrebte Bewertung liegt bei 4 Milliarden Euro. Auch in den Niederlanden fließt Kapital: Das Embodied-AI-Unternehmen Smart Robotics schloss eine Series-A-Finanzierung über 10 Millionen Euro für die Lagerautomatisierung ab.

Berlin als wachsendes Robotik-Zentrum

Neben München entwickelt sich Berlin zu einem zentralen Standort für Robotik in Deutschland. In der Hauptstadt zählt man 140 Robotik-Anbieter und Entwickler mit insgesamt 6.000 Beschäftigten, wobei 78 Prozent der Unternehmen als kleine und mittlere Unternehmen oder Startups einzuordnen sind. Besonders auffällig: 45 Prozent der Berliner Startups integrieren künstliche Intelligenz in ihre Robotik-Produkte, 56 Prozent sind im Softwarebereich tätig. Diese Verschiebung von reiner Hardware zu KI-gestützter Software prägt die gesamte Branche und zeigt sich auch in der aktuellen deutschen Startup-Finanzierungslandschaft, in der Deeptech eine zentrale Rolle einnimmt.

Wäschefalten als pragmatisches Geschäftsmodell

Während Neura Robotics und Microagi auf humanoide Systeme für breite Einsatzfelder setzen, konzentrieren sich andere Startups auf enge, klar definierte Aufgaben. Wäschefalt-Robotik gilt dabei als besonders zugänglicher Markteinstieg. Unternehmen wie Weave, DYNA und Figure haben sich auf diesen Bereich spezialisiert. Laut einer Branchenanalyse von TechZeitGeist konzentriert sich Wäschefalt-Robotik auf eine enge, wiederkehrende Aufgabe mit hohem Zeitnutzen, was sie für Startups und Investoren attraktiv macht. Das Münchner Unternehmen Sewts hat mit seinem VELUM-System eine Lösung entwickelt, die 500 bis 600 Textilien pro Stunde automatisiert verarbeiten kann.

Darüber hinaus verfolgen Unternehmen wie Wandelbots aus Dresden einen anderen Ansatz: Statt eigener Hardware entwickelt das Unternehmen eine No-Code-Softwareplattform für Robotik und erhielt dafür rund 123 Millionen Dollar an Venture-Capital-Finanzierung. Auch Agile Robots SE zählt mit einer Finanzierung von 220 Millionen US-Dollar im Jahr 2021 zu den bestfinanzierten deutschen Robotik-Startups.

Volatiler Markt mit konzentrierten Mega-Deals

Der europäische Robotik-Startup-Sektor zeigt sich insgesamt volatil. Während 2021 als Rekordjahr mit 1,9 Milliarden Euro in 384 Deals gilt, verzeichnete der Sektor 2024 einen drastischen Rückgang auf nur 737 Millionen Euro in 130 Deals. Gleichzeitig stieg der Anteil der Later-Stage-Deals von 12 Prozent im Jahr 2019 auf 30 Prozent im Jahr 2024, was auf eine Konsolidierung hin zu wenigen etablierten Champions hindeutet. Im breiteren Deeptech-Bereich zeichnet sich für 2025 dagegen ein deutlicher Aufschwung ab: Europäische Deeptech-Startups erhielten laut Bericht über 13,5 Milliarden Euro an Investitionen, ein Anstieg von 61 Prozent gegenüber 2024. Diese Entwicklung passt zu einem allgemeinen Gründungsboom in Deutschland, der derzeit viele Branchen erfasst.

Um die europäische Robotik-Szene gezielt zu stärken, hat Investor Andreas Klinger den VC-Fonds Prototype mit 15 Millionen Euro aufgelegt. Ziel ist es, europäische Robotik-Startups gezielt zu fördern, auch angesichts der Sorge, dass ohne massive Investitionen in Automatisierung der Region der Anschluss in der Industrie droht, wie es aus der Führung von Microagi heißt. Details zur Finanzierungsrunde von Microagi belegen, wie stark einzelne Standorte inzwischen von diesem Trend profitieren.

Ausblick: Zwischen Wachstumshoffnung und Skalierungsfrage

Branchenanalysten von Barclays prognostizieren einen Markt für KI-basierte Roboter und autonome Maschinen von 1 Milliarde Dollar bis zum Jahr 2035. Ein Industrie-Analyst betont, dass intelligente Roboter den Einsatz in neuen Bereichen ermöglichen, die zuvor nicht automatisierbar waren. Offen bleibt jedoch, welche Geschäftsmodelle sich langfristig durchsetzen werden, ob klassischer Hardware-Verkauf, Software-Lizenzen oder Pay-per-Use-Modelle, und wie hoch die tatsächlichen Deployment-Zahlen der führenden Startups in der Industrie ausfallen. Auch ist noch unklar, ob die angekündigten Mega-Finanzierungen von Neura Robotics und Microagi tatsächlich in reale Produktion und Marktpenetration umgesetzt werden können oder an Skalierungsproblemen scheitern.

Häufige Fragen zum Thema

Welche europäischen Robotik-Startups haben zuletzt große Finanzierungen erhalten?
Microagi aus München sicherte sich 55 Millionen Euro, Neura Robotics steht vor einer Runde von rund 1 Milliarde Euro, und das niederländische Unternehmen Smart Robotics schloss eine Series-A über 10 Millionen Euro ab.
Warum gilt Wäschefalt-Robotik als attraktives Geschäftsmodell?
Weil sie sich auf eine enge, wiederkehrende Aufgabe mit hohem Zeitnutzen konzentriert, was Startups wie Weave, DYNA, Figure und Sewts ein klar definiertes und skalierbares Anwendungsfeld bietet.
Wie hat sich der europäische Robotik-Venture-Capital-Markt entwickelt?
Nach einem Rekordjahr 2021 mit 1,9 Milliarden Euro sank das Investitionsvolumen 2024 auf 737 Millionen Euro, während der Anteil größerer Later-Stage-Deals von 12 auf 30 Prozent stieg.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 18. Juli 2026.