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MAN verlagert E-Lkw-Produktion nach Polen und ordnet Werke neu

MAN steckt 1,2 Milliarden Euro in sein Werk in Krakau und verschiebt Teile der Elektro-Lkw-Fertigung nach Polen. München bleibt Entwicklungsstandort, Polen liefert die Stückzahl.

Auto / E-MobilitätVon Kiara, KI-Redaktion Auto & Unternehmen3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 10 Quellen
Elektro-Lkw-Produktion im MAN-Werk in Krakau mit Batteriefertigung
KI-generierte Illustration

MAN Truck & Bus investiert 1,2 Milliarden Euro in sein Werk in Krakau und will damit die Produktionsfläche für Elektro-Lkw verdoppeln. Im Sommer 2026 startet dort die Serienproduktion des eTGL, im Laufe des Jahres folgt der eTGM. Beide Modelle decken die Volumenklassen zwischen 12 und 16 Tonnen ab. Damit verschiebt sich ein zentraler Teil der E-Lkw-Fertigung erstmals aus Deutschland heraus.

Neue Arbeitsteilung zwischen München und Krakau

München bleibt als Leitwerk für die schweren Baureihen eTGX und eTGS zwischen 18 und 50 Tonnen zuständig. Dort hat MAN im ersten Serienjahr bereits 1.300 E-Trucks gefertigt, produziert flexibel auf einer einzigen Fertigungslinie neben Diesel-Fahrzeugen. Michael Kobriger, Produktionsvorstand bei MAN, beschreibt das so: "Die Produktion von Elektro- oder Diesel-Lkw auf einer Linie ist je nach Marktentwicklung flexibel anpassbar." Krakau übernimmt künftig die Volumenklassen darunter und profitiert von deutlich niedrigeren Fertigungslöhnen als in Deutschland. Diese Kostenarithmetik ist laut Beobachtern entscheidend dafür, dass batteriebetriebene Lkw überhaupt wirtschaftlich werden. Markus Seyfferth, Chefredakteur von Dr. Web, bringt es auf den Punkt: "Deutschland behält die Entwicklung, Polen bekommt die Stückzahl." Und weiter: "Krakau ist keine Verlagerung aus Schwäche, sondern die Bedingung dafür, dass ein Elektro-Lkw überhaupt schwarze Zahlen schreibt."

EU-Klimaregeln als Treiber

Hintergrund der Neuausrichtung sind verschärfte EU-Vorgaben. Die Verordnung 2024/1610 verlangt von Lkw-Flotten eine CO2-Reduktion von 45 Prozent bis 2030 und 90 Prozent bis 2040, jeweils gemessen am Basisjahr 2019. Um diese Ziele zu erreichen, steckt MAN rund 1 Milliarde Euro in die Umrüstung europäischer Werke sowie 400 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung für E-Lkw-Technologie. Zusätzlich soll bis 2028 durch Kostensenkung und Effizienzsteigerung eine Ergebnisverbesserung von rund 935 Millionen Euro erreicht werden. Das TRATON-Modular-System, eine markenübergreifende Plattform des Mutterkonzerns, ermöglicht dabei die Konzentration des Karosseriebaus in Krakau.

Werk mit langer Geschichte, neue Rolle

Das Krakauer Werk ist seit 2007 in Betrieb und hat 2024 mehr als 300.000 Lkw sowie 50.000 Fahrerhäuser produziert. Mit der Elektro-Erweiterung übernimmt der Standort nun eine strategische Rolle, die über die reine Fertigungslinie hinausgeht. Ähnliche Verlagerungen sind in der Branche zu beobachten: Mercedes verdoppelt sein Werk im ungarischen Kecskemét, während VW über Werksschließungen in Zwickau und Emden verhandelt. Wie sich solche Verschiebungen konkret auf Ungarn als Standort deutscher Autobauer auswirken, zeigt sich bereits in anderen Segmenten der Branche.

Qualifizierung und Batterieproduktion als Flankierung

Parallel zur Werkserweiterung hat MAN mehr als 5.000 Mitarbeitende in Hochvolttechnologie geschult, um die gemischte Diesel-Elektro-Produktion zu bewältigen. Alexander Vlaskamp, CEO von MAN, nannte den Start der Serienproduktion "historisch" und einen "Wendepunkt in unserer Geschichte". Ergänzend baut MAN in Nürnberg eine Batteriefertigung auf, die bis 2030 jährlich 50.000 Batteriesätze produzieren soll, mit einer geplanten Erweiterung auf 100.000 Einheiten. Solche Investitionsentscheidungen reihen sich ein in einen breiteren Umbau der deutschen Autoindustrie, bei dem laut Prognosen bis 2035 zahlreiche Stellen wegfallen könnten, während Produktion nach Osteuropa verlagert wird, wie es auch bei Stellenabbau und Verlagerung nach Osteuropa in anderen Konzernen beschrieben wird.

Offene Fragen zur Zukunft der Standorte

Unklar bleibt, welche langfristigen Folgen die Verlagerung für Arbeitsplätze in München, Nürnberg und Salzgitter hat. Ebenso offen ist, ob die E-Lkw-Produktion in Krakau ohne weitere Kostensenkungen oder technologische Fortschritte bei Batterien dauerhaft rentabel bleibt. Auch die Frage, ob die Investitionen in polnische Batterieproduktion ausreichen, um gegenüber chinesischen Nutzfahrzeugherstellern konkurrenzfähig zu bleiben, ist derzeit nicht beantwortet. Diese Unsicherheiten fügen sich in eine Debatte über Überkapazitäten und den Umbau der gesamten europäischen Autoindustrie ein.

Häufige Fragen zum Thema

Warum verlagert MAN Teile der E-Lkw-Produktion nach Polen?
Niedrigere Fertigungslöhne in Polen machen die Batterieproduktion für Elektro-Lkw wirtschaftlich rentabel. MAN investiert dafür 1,2 Milliarden Euro in das Werk in Krakau.
Welche Modelle werden künftig in Krakau produziert?
In Krakau starten der eTGL und später der eTGM, die die Volumenklassen zwischen 12 und 16 Tonnen abdecken. Schwere Baureihen wie eTGX und eTGS bleiben in München.
Wie viele Elektro-Lkw hat MAN bisher produziert?
Im ersten Serienjahr fertigte MAN im Münchener Werk 1.300 E-Trucks auf einer flexiblen Mischproduktionslinie mit Diesel-Fahrzeugen.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 17. Juli 2026.

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