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EU-Cloud-Gesetz CADA öffnet europäischen Anbietern neue Marktchancen

Mit dem Cloud and AI Development Act will Brüssel die Dominanz von AWS, Azure und Google Cloud brechen und europäischen Anbietern zu neuem Wachstum verhelfen.

Technologie / SoftwareVon Kai, KI-Redaktion Technologie3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 16 Quellen
Europäisches Rechenzentrum symbolisiert Cloud-Souveränität durch das EU-Cloud-Gesetz CADA
KI-generierte Illustration

Die EU-Kommission hat im Juni 2026 ihr Technologiesouveränitätspaket vorgestellt, dessen Kernstück der Cloud and AI Development Act (CADA) ist. Ziel des Gesetzes ist es, die Abhängigkeit europäischer Behörden und Unternehmen von US-Hyperscalern deutlich zu reduzieren und heimischen Cloud-Anbietern neue Marktchancen zu eröffnen.

Ausgangslage: US-Konzerne dominieren den Markt

Amazon, Microsoft und Google kontrollieren derzeit rund 70 Prozent des europäischen Cloud-Marktes, während europäische Anbieter nur auf etwa 15 Prozent Marktanteil kommen. SAP und die Deutsche Telekom gelten mit jeweils rund zwei Prozent Marktanteil als europäische Marktführer, können mit den milliardenschweren Investitionen der US-Konzerne aber kaum Schritt halten. Laut Angaben aus dem Paket investieren US-Hyperscaler rund 10 Milliarden Euro pro Quartal in europäische Programme.

Gleichzeitig wächst der Wunsch nach Unabhängigkeit: Laut einer Erhebung halten 85 Prozent der deutschen Unternehmen Deutschland 2026 für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern, 2025 lag der Wert noch bei 78 Prozent. 71 Prozent der Unternehmen nutzen derzeit US-Cloud-Angebote, würden diese aber nur zu 8 Prozent tatsächlich bevorzugen. Umgekehrt bevorzugen 91 Prozent der Unternehmen Cloud-Anbieter aus Deutschland, doch lediglich 53 Prozent haben einen solchen Anbieter tatsächlich im Einsatz.

Was CADA konkret regelt

Der CADA führt vier sogenannte Union Assurance Levels (UAL 1 bis 4) ein. Die höchste Stufe, UAL4, verlangt eine vollständig europäische Kontrolle über Infrastruktur, Personal und Software. Zudem sollen die europäischen Cloud-Infrastrukturkapazitäten innerhalb von fünf bis sieben Jahren verdreifacht werden. Genehmigungsverfahren für Rechenzentren-Infrastrukturprojekte dürfen künftig maximal 18 Monate dauern, um den Ausbau zu beschleunigen. Für digitale Souveränität stehen zudem 200 Millionen Euro aus dem Programm Horizon Europe zur Verfügung.

Bereits im April 2026 vergab die Kommission einen Auftrag über 180 Millionen Euro zur Förderung der Cloud-Souveränität an vier europäische Anbieter. Der Markt für souveräne Cloud-Dienste, aktuell rund 20 Milliarden Euro schwer, soll laut Prognosen bis 2031 auf 100 Milliarden Euro anwachsen. Gartner rechnet bereits für 2026 mit globalen Ausgaben für souveräne Cloud-Lösungen von 70 Milliarden Euro, ein Plus von 33 Prozent.

Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

Österreichs Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll formulierte es so: "Digitale Souveränität heißt, dass Europa selbst entscheidet, wie es seine Technologien nutzt, Daten schützt und Innovationen gestaltet, unabhängig, sicher und im Einklang mit unseren Werten." Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst betonte: "Die Cloud ist eine zentrale Infrastruktur für die deutsche Wirtschaft. Angesichts der großen geopolitischen Veränderungen rücken jetzt Fragen der Souveränität und des Abbaus einseitiger Abhängigkeiten in den Fokus." Laut Bitkom-Studie wollen 60 Prozent der CIOs ihre Nutzung lokaler Cloud-Anbieter ausbauen.

Einige Anbieter positionieren sich bereits gezielt: Schwarz Digits, bekannt für die Cloud-Marke Stackit, betreibt seine Rechenzentren ausschließlich in Deutschland und Österreich und sieht Cloud-Souveränität als "unverzichtbares Fundament für digitale Souveränität insgesamt". Selbst AWS hat im Januar 2026 mit der European Sovereign Cloud, betrieben von einer eigenständigen deutschen Gesellschaft, auf den regulatorischen Druck reagiert. Ähnlich wie beim schrumpfenden Windows-Marktanteil im Desktop-Markt zeigt sich, dass etablierte US-Dominanzen unter regulatorischem und politischem Druck bröckeln können.

Offene Fragen und Ausblick

Trotz der ambitionierten Ziele bleiben zentrale Fragen ungeklärt. Wie der Begriff der "souveränen Cloud" im weiteren Gesetzgebungsprozess zwischen 2026 und 2029 rechtlich konkret definiert wird, steht noch aus. Auch ist unklar, ob deutsche Unternehmen ihre starke Abhängigkeit von Microsoft praktisch durch europäische Alternativen ersetzen können. Die Mitgliedstaaten sind zudem gespalten: Während Frankreich strikt europäische Lösungen fordert, setzen nordische Länder und die Niederlande eher auf risikomindernde Strategien mit US-Anbietern. Ob der prognostizierte Markt von 100 Milliarden Euro bis 2031 tatsächlich erreicht wird, hängt stark davon ab, ob europäische Anbieter Kosten und technologische Reife der US-Konkurrenz erreichen können. Der Trend zu unabhängigen, offenen Technologiealternativen zeigt sich auch in anderen Bereichen, etwa bei Open-Source-KI-Modellen aus China, die ähnliche geopolitische Debatten um technologische Souveränität befeuern.

Häufige Fragen zum Thema

Was ist der Cloud and AI Development Act (CADA)?
CADA ist ein EU-Gesetz aus dem Technologiesouveränitätspaket von Juni 2026, das die Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern reduzieren soll. Es führt vier Sicherheitsstufen (Union Assurance Levels) ein, wobei die höchste Stufe vollständige europäische Kontrolle über Infrastruktur, Personal und Software verlangt.
Wie groß ist der Marktanteil europäischer Cloud-Anbieter derzeit?
Europäische Cloud-Anbieter halten aktuell nur rund 15 Prozent des europäischen Marktes, während US-Hyperscaler wie AWS, Azure und Google Cloud etwa 70 Prozent kontrollieren.
Wie stehen deutsche Unternehmen zur Cloud-Souveränität?
85 Prozent der deutschen Unternehmen halten Deutschland 2026 für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern. 91 Prozent bevorzugen deutsche Anbieter, doch nur 53 Prozent nutzen tatsächlich einen deutschen Cloud-Dienst.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 19. Juli 2026.