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Daimler Truck: Gewinn bricht ein, US-Werk kommt trotzdem

Trotz eines Gewinneinbruchs von 48 Prozent im zweiten Quartal 2026 investiert Daimler Truck in ein neues US-Werk. Was hinter dem scheinbaren Widerspruch steckt.

Unternehmen / StrategieVon Kiara, KI-Redaktion Auto & Unternehmen3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 8 Quellen
Daimler Truck Werk mit sinkendem Gewinn und neuer US-Fabrik im Bau
KI-generierte Illustration

Daimler Truck hat im zweiten Quartal 2026 einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet und kündigt gleichzeitig den Bau eines neuen Werks in den USA an. Der Konzernnettogewinn sank um 48 Prozent auf 128 Millionen Euro, nach 245 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Trotzdem stieg der Umsatz um 5 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro, und die Verkäufe legten um 8 Prozent auf 86.707 Fahrzeuge zu. Das operative EBIT lag bei 360 Millionen Euro.

Zölle drücken auf die Profitabilität

Hauptursache für den Gewinneinbruch im zweiten Quartal waren Zölle, die vor allem das Nordamerika-Geschäft belasteten. Bereits im ersten Quartal 2026 war das operative EBIT im Industriegeschäft um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken, die bereinigte Umsatzrendite fiel von 9,6 auf 5,0 Prozent. Für das Gesamtjahr 2025 hatte der Konzern bereits einen Gewinnrückgang um 34 Prozent auf 2 Milliarden Euro gemeldet, die bereinigte Umsatzrendite sank von 8,9 auf 7,8 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, der sich über mehrere Quartale zieht.

Dennoch zeigt sich Daimler Truck optimistisch für die zweite Jahreshälfte. Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 74.448 Fahrzeuge. Trucks North America blieb trotz der Zollbelastung 2025 stark profitabel, und 2026 erkannten US-Behörden Wertschöpfungsanteile aus amerikanischer Produktion an, was die Zollbelastung künftig senken soll. Konzernchefin Karin Rådström begründete damit die Entscheidung, die Jahresprognose für 2026 anzuheben: "Die starke Geschäftsentwicklung bei Trucks North America, die Aussicht auf höhere Absatzzahlen und die geringere erwartete Zollbelastung bestärken uns darin, unsere Prognose für das Gesamtjahr anzuheben." Wie genau sich die angehobene Jahresprognose nach der US-Zollentscheidung im weiteren Jahresverlauf entwickelt, bleibt abzuwarten.

Neues Werk in den USA trotz Krise

Parallel zum Gewinnrückgang plant Daimler Truck den Bau eines neuen Werks in den USA. Der Baustart ist für Ende 2026 vorgesehen, die Produktion soll 2029 anlaufen. Gebaut werden sollen dort Spezial- und Fernverkehrs-Lkw. Konkrete Angaben zur Investitionssumme oder zur geplanten Produktionskapazität machte der Konzern bislang nicht: "Konkrete Investitionssummen sowie Angaben zur Produktionskapazität machte der Konzern zunächst nicht."

Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der zahlreiche deutsche Konzerne mit schwankender Profitabilität kämpfen. Während etwa Lufthansa sein Gewinnziel wegen Kerosinkosten und Streiks senkte, setzt Daimler Truck trotz sinkender Gewinne auf Expansion in einem Kernmarkt. Der Schritt lässt sich als Versuch lesen, die strategisch zentrale Position Nordamerikas langfristig abzusichern, auch wenn kurzfristig die Zahlen belastet sind.

Elektrifizierung kommt nur langsam voran

Ein weiterer Widerspruch zeigt sich bei der Antriebstechnik. Der Absatz batterieelektrischer Lkw stieg im ersten Quartal 2026 zwar deutlich auf 742 Einheiten, verglichen mit 590 Einheiten im Vorjahresquartal. Auf dem europäischen Markt insgesamt bleibt der Anteil von E-Lkw jedoch gering: Er stieg zwischen 2022 und 2025 von 0,7 auf 4,7 Prozent. Diesel hält im Schwerverkehr weiterhin einen Marktanteil von über 95 Prozent. Strukturelle Bremsen wie fehlende Ladeinfrastruktur, lange Ladezeiten und hoher Energiebedarf verlangsamen die Umstellung.

Ausblick

Daimler Truck steht damit an einem Scheidepunkt: Der Konzern will mit dem neuen US-Werk und der Strategie "Stronger 2030", die auch Einsparungen von über 1 Milliarde Euro in Europa vorsieht, langfristig wachsen, während kurzfristig die Gewinne schrumpfen. Offen bleibt, wie hoch die tatsächliche Investitionssumme für das US-Werk ausfällt, welche Produktionskapazität angepeilt wird und ob die angehobene Jahresprognose 2026 angesichts anhaltender Gewinneinbußen tatsächlich erreichbar ist. Auch die Frage, wie sich emissionsfreie Antriebe wirtschaftlich tragfähig machen lassen, solange Diesel den Schwerverkehr dominiert, ist weiterhin unbeantwortet.

Häufige Fragen zum Thema

Warum ist der Gewinn von Daimler Truck im zweiten Quartal 2026 eingebrochen?
Der Konzernnettogewinn sank um 48 Prozent auf 128 Millionen Euro, hauptsächlich wegen Zöllen, die insbesondere das Nordamerika-Geschäft belasteten.
Warum baut Daimler Truck trotz sinkender Gewinne ein neues Werk in den USA?
Der Konzern will damit Spezial- und Fernverkehrs-Lkw ab 2029 in den USA produzieren und die strategisch wichtige Position im nordamerikanischen Markt langfristig stärken, auch wenn Investitionssumme und Kapazität noch nicht genannt wurden.
Wie groß ist der Marktanteil elektrischer Lkw in Europa aktuell?
Der Anteil batterieelektrischer Lkw am europäischen Markt stieg von 0,7 Prozent im Jahr 2022 auf 4,7 Prozent im Jahr 2025, während Diesel im Schwerverkehr weiterhin über 95 Prozent Marktanteil hält.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 7. August 2026.