VW prüft Ducati-Verkauf als Teil radikaler Portfolio-Bereinigung
Volkswagen prüft den Verkauf der Motorradmarke Ducati. Ein italienischer Investor bietet 2,5 Milliarden Euro. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Zerschlagungsstrategie im Konzern.

Volkswagen zieht den Verkauf seiner italienischen Motorradmarke Ducati in Erwägung. Audi-Chef Gernot Döllner bestätigte, dass die Traditionsmarke Teil der laufenden Portfolio-Evaluierung ist. Ein italienischer Investmentfonds namens Patritalia hat bereits ein Kaufangebot in Höhe von 2,5 Milliarden Euro vorgelegt, während Bloomberg Intelligence den Unternehmenswert von Ducati auf lediglich 1,25 Milliarden Euro taxiert.
Ducati zwischen Tradition und Verkaufsdruck
"Es ist Teil des Evaluierungsprozesses, dass wir auch über Ducati sprechen werden, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Döllner. Die Zahlen der Motorradmarke geben Anlass zur Sorge: 2025 erwirtschaftete Ducati einen Umsatz von 925 Millionen Euro, das operative Ergebnis fiel jedoch mit 52 Millionen Euro mager aus. Die Auslieferungen sanken von 54.495 Motorrädern im Jahr 2024 auf 50.895 im Jahr 2025. Vor diesem Hintergrund erscheint das Angebot von Patritalia deutlich über der von Bloomberg errechneten Bewertung.
Konzernweite Prüfung von 600 Beteiligungen
Ducati ist kein Einzelfall. Volkswagen prüft derzeit rund 600 von insgesamt 2.000 Beteiligungen im gesamten Konzern. Grundlage ist das sogenannte Necessity-to-own-Prinzip: Beteiligungen bleiben demnach nur bestehen, wenn sie für das automobile Kerngeschäft strategisch, operativ oder rechtlich notwendig sind. Bereits genehmigt hat die EU-Kommission den Verkauf von 51 Prozent der Großmotorentochter Everllence an Bain Capital für 7,4 Milliarden Euro. Auch die Entwicklungstochter IAV soll an Accenture gehen, verbunden mit dem Abbau von über 2.000 deutschen Stellen. Zudem plant der Konzern, seine Beteiligung an der Lkw-Sparte Traton von 87,5 auf 75 Prozent zu reduzieren, ein Deal mit einem Volumen von 16,6 Milliarden Euro. Selbst das Immobilienvermögen steht zur Debatte: 9.500 Werkswohnungen mit einem Buchwert von 1,02 Milliarden Euro werden geprüft, wie Volkswagen seine 9.500 Werkswohnungen zum Verkauf prüft bereits zeigt.
Hintergrund einer existenziellen Krise
Die Desinvestitionswelle ist Ausdruck einer tiefen Profitabilitätskrise. Der operative Gewinn des Konzerns brach 2025 um mehr als die Hälfte ein, bei der Porsche-Sparte kollabierte er sogar von über 5 Milliarden Euro auf nur noch 90 Millionen Euro. Ursachen sind der chinesische Preiskampf, Fehler in der Elektrostrategie und US-Zölle, nicht ein Mangel an Absatz. Ein interner VW-Bericht bringt es auf den Punkt: "Die bestehenden Geschäftsmodelle und Strukturen reichen nicht mehr aus, um die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität des Volkswagen-Konzerns langfristig sicherzustellen." Der zugrunde liegende Zukunftsplan 2030 sieht neben dem Verkauf nicht-essenzieller Beteiligungen auch den Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen und eine Halbierung der Modellpalette vor, ein Umbruch, der auch die Belegschaft in den Werksschließungen und den geplanten Stellenabbau unmittelbar trifft. Ziel der Verschlankung des Beteiligungsportfolios um etwa ein Drittel ist eine Nettoliquidität von 15 Milliarden Euro.
Weitere Kandidaten und offene Fragen
Neben Ducati gelten Lamborghini und weitere Luxusmarken als nächste Kandidaten für Desinvestitionen. Die Strategie fügt sich in einen branchenweiten Trend ein: Auch andere deutsche Autobauer kämpfen mit sinkender Profitabilität und schwindenden Marktanteilen, wie die Analyse zur Profitabilitätskrise deutscher Autobauer zeigt. Offen bleibt, ob Ducati tatsächlich verkauft wird oder ob Audi die Marke behält, sollte kein passendes Angebot eingehen. Ebenso unklar ist, ob sich die angestrebten 15 Milliarden Euro aus Desinvestitionen schnell genug realisieren lassen, um die operativen Verluste im China-Geschäft aufzufangen. Welche langfristigen Folgen die Zerschlagung des breiten Portfolios für die Markenpositionierung von VW und Audi hat, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
Häufige Fragen zum Thema
- Wird Ducati definitiv verkauft?
- Nein, laut Audi-Chef Gernot Döllner ist noch nichts entschieden. Ducati wird derzeit im Rahmen der konzernweiten Portfolio-Evaluierung geprüft.
- Wie viel bietet der italienische Investor für Ducati?
- Der Fonds Patritalia hat ein Kaufangebot von 2,5 Milliarden Euro vorgelegt, deutlich über der von Bloomberg Intelligence geschätzten Bewertung von 1,25 Milliarden Euro.
- Warum verkauft Volkswagen so viele Beteiligungen?
- Der Konzern steckt in einer tiefen Profitabilitätskrise und prüft im Rahmen des Zukunftsplans 2030 rund 600 von 2.000 Beteiligungen, um Nettoliquidität aufzubauen und sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.
Quellen dieser Recherche
- Steht Ducati vor dem Verkauf?
- Ducati steht auf dem Prüfstand: Volkswagen prüft Ducati-Verkauf
- Warum prüft Volkswagen den Verkauf von Ducati?
- VW Weighs Selling Motorcycle Maker Ducati in Review of Holdings
- 2,5 Milliarden für Ducati: Italiener greifen nach VW-Marke
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Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 22. September 2026.
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