Renault kehrt in die Gewinnzone zurück, deutsche Autobauer bauen ab
Renault kehrt dank E-Auto-Offensive in die Gewinnzone zurück, während deutsche Hersteller wie BMW und Porsche massiv Stellen abbauen. Was steckt hinter den unterschiedlichen Wegen aus der Krise?

Renault hat im ersten Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 721 Mio. Euro erzielt, nachdem der französische Autobauer im Vorjahr noch einen Milliardenverlust verbucht hatte. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 9,4 Prozent auf 30,25 Mrd. Euro. Während sich der Konzern aus Boulogne-Billancourt zurück in die Gewinnzone kämpft, bauen deutsche Hersteller wie BMW und Porsche weiterhin Stellen ab.
E-Autos als zentraler Wachstumstreiber
Treiber der Erholung bei Renault ist vor allem die Elektromobilität. Der Absatz von E-Autos legte im ersten Halbjahr 2026 um 47,6 Prozent zu, mittlerweile ist jeder fünfte verkaufte Neuwagen elektrisch. In Europa liegt der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge am Renault-Absatz sogar über 52 Prozent. Modelle wie der Renault 5, der Twingo E-Tech und der R4 E-Tech, allesamt Neuauflagen bekannter Klassiker, gelten als zentrale Erfolgsfaktoren dieser Strategie.
Renault-CEO Francois Provost kommentierte die Zahlen mit den Worten: "Unsere Ergebnisse im ersten Halbjahr bestätigen, dass unser strategisches Modell funktioniert, selbst in einem komplexen Umfeld." Der Konzern hat zudem seine Geschäftseinheiten für Elektrofahrzeuge und Verbrenner organisatorisch getrennt, um Kosten gezielter steuern zu können.
Margendruck trotz Wachstum
Ganz ohne Schatten bleibt die Bilanz allerdings nicht. Die operative Marge sank von 6,3 Prozent im Jahr 2025 auf 5,2 Prozent im ersten Halbjahr 2026, liegt damit aber weiterhin über den Erwartungen der Analysten. Renault plant, die variablen Kosten pro Fahrzeug jährlich um 400 Euro zu senken, um dem Druck durch chinesische Konkurrenz mit aggressiven Preisen entgegenzuwirken. Trotz des Kostendrucks hält der Konzern an seinem Margenziel von 5,5 Prozent für 2026 fest.
Anders als viele Premiumhersteller konkurriert Renault vor allem im europäischen Volumensegment mit VW und Stellantis, nicht mit Luxusmarken. Diese Positionierung erlaubt eine fokussierte Strategie, bei der Kostenmanagement und E-Auto-Ausbau eng miteinander verzahnt sind.
Deutsche Autoindustrie im Sparmodus
Während Renault wieder Gewinne schreibt, sieht die Lage bei deutschen Herstellern deutlich angespannter aus. Volkswagen musste 2025 einen Gewinneinbruch von 44 Prozent hinnehmen, bei Porsche brach der operative Gewinn sogar um 90 Prozent ein. Nun folgt auch BMW einem harten Sparkurs: Der Konzern baut weltweit 8.000 Stellen ab, das Programm läuft von Oktober 2026 bis Ende 2027. Damit reiht sich BMW in eine Serie von Stellenabbau-Ankündigungen deutscher Autobauer ein, nachdem bereits Volkswagen, Mercedes, Audi und Porsche entsprechende Schritte angekündigt hatten.
BMW beschäftigt weltweit 154.000 Menschen, über die Hälfte davon in Deutschland mit 84.000 Beschäftigten im ersten Halbjahr 2026. Von Mitte 2025 bis Mitte 2026 ist die Mitarbeiterzahl bereits um 2.000 gesunken. Auch Porsches Pläne für zusätzlichen Stellenabbau bis 2035 zeigen, wie tief die Strukturkrise in der deutschen Autoindustrie sitzt. Insgesamt könnten laut Prognosen bis 2035 rund 225.000 Jobs in der Branche wegfallen, ein Trend, der sich auch in der Verlagerung von Produktion nach Osteuropa widerspiegelt.
Bemerkenswert ist dabei, dass BMW im Vergleich zu fokussierten E-Auto-Rivalen mit seiner Mehr-Antriebs-Strategie aus Hybrid, Elektro und Verbrenner bislang eine bessere Rendite erzielt hat als andere deutsche Hersteller. Die Konkurrenzsituation hat sich dabei grundlegend verändert, wie es ein Kommentator formuliert: "Die Welt hat sich geändert. Die Konkurrenz ist nicht mehr der Arbeiter aus den USA oder Japan, sondern der Arbeiter aus China."
Ausblick
Ob Renault sein Margenziel von 5,5 Prozent angesichts wachsenden Kostendrucks und chinesischer Konkurrenz nachhaltig halten kann, bleibt offen. Ebenfalls unklar ist, wie stark regulatorische Kosten und Garantieverpflichtungen die Margen mittelfristig belasten werden. Für deutsche Hersteller stellt sich derweil die Frage, welche strategischen Lehren sie aus dem fokussierten Ansatz der französischen Konkurrenz für die eigene Transformation ziehen können, gerade angesichts des massiven Stellenabbaus, der die Branche derzeit prägt.
Häufige Fragen zum Thema
- Warum ist Renault wieder profitabel, während deutsche Autobauer Stellen abbauen?
- Renault profitiert von einer stark wachsenden E-Auto-Nachfrage, angetrieben durch Modelle wie Renault 5, Twingo E-Tech und R4 E-Tech, sowie konsequentem Kostenmanagement. Der Nettogewinn lag im H1 2026 bei 721 Mio. Euro. Deutsche Hersteller wie BMW und Porsche kämpfen dagegen mit Gewinneinbrüchen und bauen deshalb Stellen ab.
- Wie viele Stellen baut BMW ab und wann?
- BMW streicht weltweit 8.000 Stellen. Das Sparprogramm läuft von Oktober 2026 bis Ende 2027, betroffen ist vor allem der deutsche Standort mit aktuell 84.000 Beschäftigten.
- Wie hoch ist der Anteil von E-Autos an Renaults Verkäufen?
- Im ersten Halbjahr 2026 war jeder fünfte von Renault verkaufte Neuwagen elektrisch, in Europa lag der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge sogar bei über 52 Prozent.
Quellen dieser Recherche
- Ad-Hoc-News: Renault zwischen Finanzzielen und E-Auto-Flaute
- WinFuture: Renault 2026 - Elektroautos bringen Autobauer in Gewinnzone
- Goldesel: Renault bestätigt 2026-Prognose nach H1
- Elektroauto-News.net: Renault E-Auto-Modelle treiben Umsatz
- ORF.at: E-Auto-Strategie als Crux für EU-Hersteller
- Ingenieur.de: BMW baut 8000 Stellen ab
- Tagesspiegel: BMW baut weltweit 8000 Jobs ab
- Heise: BMW baut weltweit 8000 Stellen ab
- Produktion.de: Stellenabbau bei BMW
- Vision-Mobility: Renault erwartet weniger Gewinn
- MarketScreener Deutschland: Renault kehrt in Gewinnzone zurück
- Motor1.de: Warum BMW die Krise besser meistert
- ORF.at: Licht und Schatten - E-Auto-Strategie als Crux
- WirtschaftsWoche: Renault kehrt dank E-Auto-Absatz in Gewinnzone zurück
- Ad-Hoc-News: Renault klare Strategie im Elektro-Umbau
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 31. Juli 2026.
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