Schaeffler baut weiter Stellen ab: 200 Jobs in Steinhagen fallen weg
Schaeffler schließt sein Werk Steinhagen bis Ende 2026 und weitet die Altersteilzeit auf 1.300 Beschäftigte aus. Der Konzern reagiert damit auf die schleppende E-Mobilität und schwache Industriekonjunktur.

Der Wälzlagerhersteller Schaeffler schließt sein Werk in Steinhagen bis Ende 2026. Rund 200 Arbeitsplätze sind betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Die Schließung ist Teil eines weitaus größeren Sparprogramms, mit dem der Zulieferer auf die anhaltende Krise der Branche reagiert.
Massiver Stellenabbau in Europa
Schaeffler plant konzernweit den Abbau von 4.700 Stellen in Europa, davon 2.800 an zehn deutschen Standorten. Zusätzlich weitet der Konzern sein Altersteilzeitprogramm aus: 1.300 Mitarbeiter der Jahrgänge 1971 und älter sollen über diesen Weg das Unternehmen verlassen. Die Zusatzkosten dafür beziffert Schaeffler auf 51 Millionen Euro, Einspareffekte sollen ab 2027 greifen. Am Standort Ingolstadt wurde die Belegschaft nach einer Restrukturierung bereits auf rund 250 Mitarbeiter reduziert. Ein IG-Metall-Funktionär mahnte in diesem Zusammenhang: "Beschäftigte haben über viele Jahre Sicherungsbeiträge geleistet. Jetzt muss Arbeitgeber liefern." Das Unternehmen selbst begründet die Maßnahmen mit "konjunktureller Schwächen, struktureller Probleme und zunehmendem Wettbewerbsdruck".
Schwaches Geschäft, verzögerte E-Mobilität
Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete Schaeffler einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent. Ausgerechnet die Sparte E-Mobilität, auf die der Konzern große Hoffnungen gesetzt hatte, wuchs nur um 7,2 Prozent auf 2,578 Milliarden Euro, deutlich langsamer als ursprünglich erwartet. Vorstandschef Klaus Rosenfeld musste deshalb die Mittelfristziele senken: Die E-Mobilitäts-Sparte werde 2028 nicht so profitabel sein wie geplant. "Die Wachstumskurve werde nicht so steil verlaufen wie ursprünglich erwartet", so Rosenfeld. Wie Schaeffler kappt Ziele: Zulieferer-Krise durch E-Auto-Flaute verschärft sich zeigt, steht der Konzern damit exemplarisch für tiefere Probleme der gesamten Zulieferbranche. Auch der von Donald Trump verhängte Förderstopp für E-Autos in den USA bremst die Umsatzerwartungen der Sparte zusätzlich. Als weiteren Hebel nutzt Schaeffler die Fusion mit Vitesco, um durch Synergien Personal abzubauen.
Ganze Branche unter Druck
Schaeffler ist mit seinen Problemen nicht allein. Der weltgrößte Zulieferer Bosch plant den Abbau von 15.000 Stellen, ein Großteil davon in Deutschland. Auch Continental und ZF kämpfen mit Auftragsflaute und einem schwierigen Umbau in Richtung Elektromobilität. Autoexperte Constantin Gall von EY fasst die Situation der Branche zusammen: "Das sind Fragmente dessen, was geplant war." Er verweist zudem darauf, dass "viele Unternehmen eine Menge Geld in den Wandel zur E-Mobilität investiert" hätten, das sich nun langsamer amortisiert als kalkuliert. Grund für die Schwäche sind weniger benötigte Bauteile bei E-Autos, wachsende chinesische Konkurrenz und Überkapazitäten durch gedrosselte Produktion der Autobauer. Der Strukturwandel trifft dabei nicht nur Zulieferer, wie der Blick auf BMW streicht 8.000 Stellen: Letzter deutscher Autobauer im Sparkurs zeigt, sondern auch die Autohersteller selbst.
Ausblick
Offen bleibt, wie viele der 1.300 Altersteilzeit-Kandidaten das Angebot tatsächlich annehmen und in welchem Zeitrahmen dies geschieht. Auch welche zwei europäischen Standorte außerhalb Deutschlands zusätzlich schließen sollen, ist noch nicht bekannt. Unklar ist zudem, wie schnell Sparten wie das Industriegeschäft wieder profitabel arbeiten können. Insgesamt erwartet Schaeffler durch alle Sparmaßnahmen jährliche Einsparungen von 290 Millionen Euro ab 2029. Die Entwicklung reiht sich ein in einen tiefergehenden Umbau der Branche, der vielfach als Autoindustrie vor Zerschlagung: Konsolidierung als Antwort auf die Krise beschrieben wird.
Häufige Fragen zum Thema
- Wie viele Stellen baut Schaeffler insgesamt ab?
- Schaeffler plant den Abbau von 4.700 Stellen in Europa, davon 2.800 an zehn deutschen Standorten. Zusätzlich sollen 1.300 Mitarbeiter über Altersteilzeit ausscheiden.
- Warum schließt Schaeffler das Werk in Steinhagen?
- Das Werk Steinhagen wird bis Ende 2026 geschlossen, wovon rund 200 Arbeitsplätze betroffen sind. Die Schließung ist Teil eines umfassenden Sparprogramms als Reaktion auf konjunkturelle Schwäche und Wettbewerbsdruck.
- Warum trifft die E-Mobilität die Zulieferer so stark?
- E-Autos benötigen weniger Bauteile als Verbrenner, chinesische Konkurrenz wächst, und viele Autobauer drosseln aktuell ihre Produktion, was bei Zulieferern wie Schaeffler zu Überkapazitäten führt.
Quellen dieser Recherche
- Automobil-Produktion: Schaeffler schließt Werk Steinhagen bis Ende 2026
- Skill Sprinters: Schaeffler Stellenabbau 2026
- Infranken: Stellenabbau an Schaeffler-Standort Ingolstadt
- Autoservicepraxis: Schaeffler baut Altersteilzeit aus (1.300 Stellen)
- VDI-Nachrichten: Schaeffler treibt Stellenabbau in Europa voran
- Industrie.de: Stellenabbau bei Schaeffler
- Industrie-Anzeiger: Autozulieferer unter Druck – Tausende Stellen wackeln
- Industriemagazin: Autozulieferer in der Krise: Das große Schrumpfen beginnt
- Autohaus.de: Schaeffler baut Altersteilzeit aus
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 6. August 2026.
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