Porsche streicht weitere 5.000 Stellen bis 2035
Porsche streicht bis 2035 zusätzlich 5.000 Stellen in Zuffenhausen und Weissach. Der Sportwagenbauer reagiert damit auf Gewinneinbruch, China-Krise und US-Zölle.

Porsche baut bis 2035 in der Region Stuttgart weitere 5.000 Stellen ab. Betroffen sind die Standorte Zuffenhausen und Weissach. Zusammen mit dem bereits 2025 beschlossenen Stellenabbau müssen damit rund 8.900 Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Gleichzeitig investiert der Sportwagenhersteller 2,1 Milliarden Euro bis 2035 in die Standortsicherung, die Betriebsvereinbarung mit der Belegschaft wurde bis Ende 2035 verlängert.
Massiver Gewinneinbruch als Auslöser
Der Konzernüberschuss von Porsche brach 2025 um 91 Prozent auf nur noch 310 Millionen Euro ein. Der Absatz sank um ein Zehntel auf 279.400 Fahrzeuge, den niedrigsten Stand seit dem Corona-Jahr 2020. Besonders schwer wiegt der Einbruch in China, dem einstigen Wachstumsmarkt: Dort brach der Absatz um 42 Prozent ein, während chinesische Konkurrenten wie Xiaomi mit dem SU7 Ultra Elektroautos mit, laut Branchenbeobachtern, brutalen Leistungswerten zu vergleichbaren Preisen anbieten. Die operative Marge, beim Börsengang 2022 noch bei 18 Prozent, liegt inzwischen bei nur noch 2 Prozent, Analysten hatten mit 5,5 bis 7,5 Prozent gerechnet. Auch US-Zölle belasten das Unternehmen zusätzlich mit rund 400 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026, ein Problem, mit dem sich auch andere Hersteller angesichts der US-Zölle auf deutsche Autobauer auseinandersetzen müssen.
Strategiewechsel weg vom reinen Elektroauto
Porsche-Chef Oliver Blume begründete die Umstrukturierung so: "Aktuell erleben wir massive Umwälzungen im Umfeld der Automobilindustrie, deshalb stellen wir Porsche umfassend neu auf." Konkret senkt der Hersteller sein E-Auto-Ziel drastisch: Statt der ursprünglich für 2030 angepeilten über 80 Prozent Elektroanteil rechnet Porsche für 2026 nur noch mit 24 bis 26 Prozent. Verbrenner und Plug-in-Hybride erhalten dafür längere Laufzeiten. Dieser Strategiewechsel kostete das Unternehmen 2025 allein 3,1 Milliarden Euro. Analysten machen laut Branchenberichten eine zu ehrgeizige Elektrifizierungsstrategie und die harte Konkurrenz aus China für die Schwierigkeiten verantwortlich.
Sozialverträglicher Abbau ohne Kündigungen
Betriebsrat und Vorstand haben sich auf einen sozialverträglichen Stellenabbau über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge geeinigt. Bis 2035 soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Damit reiht sich Porsche in eine Entwicklung ein, die weite Teile der Branche erfasst: Laut Verband der Automobilindustrie (VDA) drohen der deutschen Autoindustrie bis 2035 rund 225.000 Arbeitsplatzverluste. Bereits im dritten Quartal 2025 zählte die Branche mit 721.400 Beschäftigten 48.700 Stellen weniger als im Vorjahr, ein 14-Jahres-Tief. Wie diese Verlagerung der Stellen nach Osteuropa die deutsche Kernbelegschaft weiter unter Druck setzt, zeigt sich branchenweit.
Ausblick auf eine unsichere Transformation
Ob Porsche die Rückkehr zu Verbrennungsmotoren ohne zusätzliche Investitionsbelastung umsetzen kann, ist offen. Ebenso unklar bleibt, ob neue Jobs in Elektromobilität und Software die Verluste in der klassischen Fertigung regional auffangen können. Auch wie sich US-Zölle und die China-Strategie auf die Produktionsplanung für die Jahre 2027 bis 2035 auswirken, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Klar ist nur, dass der Druck auf die gesamte Branche wächst, wie auch die Debatte über Überkapazitäten in der europäischen Autoindustrie zeigt.
Häufige Fragen zum Thema
- Wie viele Stellen streicht Porsche insgesamt bis 2035?
- Zusammen mit dem bereits 2025 beschlossenen Abbau müssen rund 8.900 Beschäftigte das Unternehmen verlassen, davon 5.000 zusätzlich neu angekündigte Stellen.
- Warum steckt Porsche in der Krise?
- Ursachen sind ein Absatzeinbruch in China um 42 Prozent, US-Zölle, eine zu ehrgeizige Elektrifizierungsstrategie und ein Gewinneinbruch um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro im Jahr 2025.
- Gibt es bei Porsche betriebsbedingte Kündigungen?
- Nein, Betriebsrat und Vorstand haben einen sozialverträglichen Abbau über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge vereinbart, betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2035 ausgeschlossen.
Quellen dieser Recherche
- Handelsblatt: Porsche baut weitere 5000 Stellen ab
- Motorsport-Total: Porsche steckt wegen Fokus auf Elektrifizierung in der Krise
- onvista: VW-Tochter Porsche streicht weitere 5.000 Stellen
- ecomento.de: Porsche pausiert E-Auto-Produktion wegen schwacher Nachfrage
- Blick.ch: Porsche tief in der Krise: Elektroautos müssen warten
- Industriemagazin: Autoindustrie – VDA-Chefin warnt vor dramatischem Jobverlust in Deutschland
- Statista: Veränderung der Anzahl der Beschäftigten in ausgewählten Industriebranchen
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 27. Juli 2026.
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