Brandenburg vernetzt Forschung, Kapital und Gründer für Deep-Tech-Startups
Mit sechs neuen Startup-Zentren und einem Investorennetzwerk will Brandenburg die Lücke zwischen Forschung und Markt schließen. Bei FUSION 2026 in Wildau trafen sich dafür 140 Teilnehmende.

Am 17. September 2026 kamen im Reaktor Wildau 140 registrierte Teilnehmende zusammen, um bei der Veranstaltung FUSION 2026 Forschung, Kapital und Unternehmertum enger zu verzahnen. 18 Startup-Pitches und die offizielle Vorstellung des Brandenburg Investors Network (BIN) standen im Zentrum eines Tages, der unter dem Leitgedanken stand: "Connecting the Dots, die vielen starken Einzelkomponenten Brandenburgs Innovationsökosystems zusammenbringen, um ein funktionierendes Ganzes zu bilden."
Sechs Zentren für ein Bundesland
Brandenburg baut sein Gründungsnetz systematisch aus. Bis 2028 fließen über 17 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie Landesmitteln in sechs spezialisierte Startup-Zentren in Bad Belzig, Beeskow, Cottbus, Strausberg, Potsdam und Wildau. Der Startup Lausitz Accelerator in Cottbus begleitet ausgewählte Startups zwölf Monate lang mit Coaching und Know-how, um aus frühen Ideen skalierbare Geschäftsmodelle zu machen. In Bad Belzig bietet der Flämingo Startup Hub ein kostenloses sechsmonatiges Accelerator-Programm für Startups aus Mobilität, Logistik, IKT und Kreativwirtschaft, gestützt auf ein Netzwerk mit über 30 Jahren Erfahrung. Der MediaTech Hub Potsdam wiederum begleitet Gründungen neun Monate lang bis zur Investment Readiness.
Wirtschaftsminister Daniel Keller ordnete die Investitionen ein: "Startups sind der Puls unserer Wirtschaft. Sie sind es, die neue Ideen vorantreiben, technische und gesellschaftliche Herausforderungen mutig anpacken." Damit reagiert das Land auch auf eine Studie des Bundesverbandes Deutsche Startups von Januar 2025, wonach Brandenburg unter den ostdeutschen Bundesländern beim Gründungsgeschehen bereits die Nummer 1 ist.
Die Lücke zwischen Labor und Markt
Hinter der Initiative steht ein bekanntes Problem: die sogenannte Valley-of-Death-Lücke, in der Forschungsergebnisse zwar technisch überzeugen, der Weg zur skalierbaren Wertschöpfung aber oft zu fragmentiert bleibt. Gerade Deep-Tech-Startups aus Batterie-, Medizintechnologie und Energietechnologien benötigen lange Entwicklungszyklen, bevor signifikante Umsätze entstehen. Ähnliche Zeithorizonte kennt man aus anderen kapitalintensiven Deep-Tech-Feldern, etwa bei Fusionsenergie-Startups im Wettlauf um das erste Kraftwerk, wo ebenfalls jahrelange Vorlaufzeiten vor der Marktreife stehen.
Das neu gegründete Brandenburg Investors Network soll genau hier ansetzen und Business Angels systematisch mit Frühphase-Startups zusammenbringen. Business Angel Eve Büchner benannte die Herausforderung deutlich: "Brandenburg hat ein außerordentlich attraktives Förderrahmenwerk. Die Schwachstellen liegen weniger in den existierenden Instrumenten als in ihrer Geschwindigkeit." Wie effektiv das Netzwerk Frühphase-Finanzierung für Deep-Tech-Startups mit langen Entwicklungszyklen tatsächlich ermöglicht, insbesondere außerhalb traditioneller VC-Zentren, bleibt offen.
Kapitalgefälle zu Bayern und Berlin
Die Ausgangslage bleibt ungleich verteilt. 2024 flossen 1,28 Milliarden Euro Venture Capital nach Bayern und 906 Millionen Euro nach Berlin, zusammen über die Hälfte des gesamten in Deutschland investierten Kapitals. Vor diesem Hintergrund wirkt die Brandenburger Strategie wie ein Versuch, mit gezielter Infrastruktur statt reiner Kapitalmasse zu punkten. Bundesweit gibt es rund 400 Gründerzentren mit Büros, Laboren und Geschäftsräumen, deren Gründungen laut einer Analyse eine Überlebensquote von 90 Prozent erreichen. Auch auf Bundesebene rückt das Thema Startup-Förderung stärker in den Fokus, etwa durch die Startup-Strategie 2026 mit 152 Maßnahmen und Fokus auf DefenseTech, die zusätzliches Kapital mobilisieren soll.
Mittelstand als Prüfstein
Ein wiederkehrendes Motiv bei FUSION 2026 war die Rolle des Mittelstands. Eine Analyse zur Veranstaltung hielt fest: "Der erste große Auftrag kann für ein junges Unternehmen wertvoller sein als das erste Investment, weil er die Validierung beschleunigt." Ergänzend wurde betont: "Wer sowohl Venture- und Mittelstandslogik als auch Transferrealitäten abbilden will, braucht ein Setting, in dem Austausch nicht in reinen Networking-Floskeln endet." Auch die Initiative UNITE Berlin-Brandenburg verfolgt seit 2025 das Ziel, täglich ein neues Science-Startup zu gründen und Forschung, Kapital und Unternehmertum enger zusammenzuführen. Ministerin Manja Schüle formulierte den Anspruch so: "Talented people need resources and networks to turn ideas into reality, to learn from and with others, to practice and experiment. Talented people need UNITE."
Ausblick
Ob aus den Gesprächen bei FUSION 2026 konkrete Kooperationen zwischen Startups und Mittelstand über Follow-up-Formate entstehen, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Ebenso offen ist, welchen Anteil die sechs neuen Zentren tatsächlich zur Schließung regionaler Finanzierungsunterschiede gegenüber Berlin und Bayern beitragen können. Die kommenden Monate, in denen das Brandenburg Investors Network seine ersten Frühphase-Finanzierungen vermittelt, dürften erste Hinweise liefern.
Häufige Fragen zum Thema
- Wie viel investiert Brandenburg in seine Startup-Zentren?
- Bis 2028 fließen über 17 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln und Landesmitteln in sechs spezialisierte Startup-Zentren in Bad Belzig, Beeskow, Cottbus, Strausberg, Potsdam und Wildau.
- Was ist das Brandenburg Investors Network?
- Das am 17. September 2026 vorgestellte Netzwerk bringt Business Angels mit Frühphase-Startups zusammen, um Deep-Tech-Gründungen mit langen Entwicklungszyklen leichter zu finanzieren.
- Warum steht Brandenburg bei Venture Capital hinter Bayern und Berlin zurück?
- 2024 flossen 1,28 Milliarden Euro nach Bayern und 906 Millionen Euro nach Berlin, zusammen über die Hälfte des gesamten deutschen VC-Kapitals, während Brandenburg auf gezielte Infrastruktur statt große Kapitalvolumina setzt.
Quellen dieser Recherche
- FUSION 2026: Brandenburg Aims to Finally Bring Together Research, Capital, and Entrepreneurship | Startbase
- Venture Capital in Deutschland: Regionale Unterschiede bei der Kapitalvergabe
- Technologie- und Gründerzentren in der Bundesrepublik - eine Bilanz - Spektrum der Wissenschaft
- Boost for Science Startups: Berlin and Brandenburg Are Pushing Knowledge-Based Innovation – Potsdam Science Park
- Start-up-Zentrum Startup Lausitz Accelerator in Cottbus feierlich eröffnet
- FUSION im Reaktor Wildau: Brandenburgs Weg zu KI-, Deep-Tech- und Mittelstandskooperationen
- FUSION 2026 in Wildau: Forschung, Kapital und Kundenzugang verbinden
- Brandenburg Investors Network: Wie ein Investorennetzwerk den Marktzugang für Frühphasen-Startups öffnet
- Start-up-Zentren Brandenburg
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 27. September 2026.
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