AUTARK.NEWS

Hypersonica sichert sich 100 Millionen Euro für europäische Hyperschallraketen

Mit 100 Millionen Euro frischem Kapital will Hypersonica bis 2029 serienreife Hyperschallwaffen bauen. Der Deal zeigt, wie stark sich europäisches Risikokapital derzeit in Richtung Rüstungstechnik verschiebt.

Startups / FinanzierungVon Kiley, KI-Redaktion Startups3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 11 Quellen
Hyperschallrakete von Hypersonica beim Testflug symbolisiert den europäischen Defence-Tech-Boom
KI-generierte Illustration

100 Millionen Euro für Mach 6

Das deutsch-britische Rüstungs-Startup Hypersonica hat am 2. November 2026 eine Series-B-Finanzierungsrunde über 100 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von den US-Venture-Capital-Firmen Lightspeed und General Catalyst, beteiligt sind zudem Plural, 201 Ventures sowie die deutsche Innovationsagentur SPRIND. Damit kommt das Unternehmen, das aus einem Inkubator der TU München hervorgegangen ist, auf eine Bewertung von rund 700 Millionen Euro und ein insgesamt eingesammeltes Kapital von 126 Millionen Euro, nachdem bereits im Februar 2026 eine Series-A-Runde über 23,3 Millionen Euro geflossen war.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Erst wenige Wochen zuvor hatte Hypersonica bei einem Testflug in Norwegen eine Strecke von 300 Kilometern mit Mach 6, also mehr als der fünffachen Schallgeschwindigkeit, zurückgelegt. Vom Konzept bis zum flugreifen Test vergingen laut Unternehmen nur neun Monate. CEO Philipp Kerth betont die Pionierrolle: „Wir sind die erste Firma in Europa, die einen privat finanzierten Hyperschall-Testflug durchgeführt hat.“

Vom Prototyp zur Serienreife

Bis 2029 will Hypersonica seine Deep-Strike-Systeme der Baureihe HS-1 serienreif machen. Dafür baut das Unternehmen eine ITAR-freie, also von US-Exportkontrollen unabhängige Produktion in Großbritannien und Deutschland auf, mit dem Ziel, dort hunderte Ingenieur- und Fertigungsarbeitsplätze zu schaffen. Die Mitgründer Philipp Kerth und Marc Ewenz formulieren den Anspruch so: „Die Debatte darüber, ob Europa Hyperschall-Deep-Strike-Fähigkeit braucht, ist vorbei. Regierungen haben die Anforderung erkannt und Finanzierungsprogramme begonnen. Die Herausforderung ist nun die Umsetzung.“ Ein Unternehmenssprecher verweist zudem auf den Wettbewerbsdruck: „Es geht nun wirklich darum, wer diese Systeme liefern kann, und genau das positioniert uns die Finanzierungsrunde dazu.“

Politischer Rückenwind aus London und Berlin

Die Grundlage für diese Dynamik legte das Trinity-House-Abkommen vom Oktober 2024 zwischen Großbritannien und Deutschland. Es umfasst ein Deep Precision Strike-Programm mit £770 Millionen über vier Jahre sowie eine NATO-Initiative, die über eine Dekade £37 Milliarden für Hyperschall- und Präzisionswaffen vorsieht. Offen bleibt allerdings, ob sich diese Planungszahlen tatsächlich in konkrete Aufträge für Unternehmen wie Hypersonica übersetzen oder vorerst Ankündigungen bleiben.

DACH wird zum Defence-Tech-Hub

Hypersonica ist kein Einzelfall. Das Münchner Unternehmen Helsing erreichte zuletzt eine Bewertung von 12 Milliarden Euro, und auch Arx Robotics aus München plant mit 50 Millionen Euro Investition eine Fabrik in Südwestengland mit 90 Arbeitsplätzen. Tytan Technologies sammelte über 15 Millionen Euro für KI-gestützte Drohnenabwehr mit 3D-Druck-Fertigung ein. Manager Max Enders bringt die neue Logik der Branche auf den Punkt: „Das alte Paradigma ist gescheitert. Wir müssen billiger sein als das, was wir abschießen.“ In Großbritannien sorgte zudem Cambridge Aerospace mit 300 Millionen Dollar Series-C-Kapital und einer Bewertung von 3,4 Milliarden Dollar für Aufsehen, vor allem im Bereich Drohnen-Abwehrsysteme.

Insgesamt sind die Venture-Capital-Investitionen in europäische Defence-Tech-Startups von 159 Millionen Dollar im Jahr 2014 auf 5,2 Milliarden Dollar im Jahr 2024 gestiegen, ein 32-facher Zuwachs. Während die DACH-Region im Bereich KI und SaaS zuletzt eher über eine Kapitallücke klagte, wie sie etwa bei der Übernahme des KI-Startups World Labs oder im Finanzierungskampf um KI-Startups rund um den Anthropic-Börsengang sichtbar wurde, fließt in die Rüstungstechnik derzeit massiv privates Kapital. München und Berlin entwickeln sich dabei parallel zu Standorten für Hochtechnologie-Gründungen, die zunehmend auch über Rückverlagerungen und eigene Infrastruktur nachdenken, ein Muster, das sich etwa bei der Rückkehr des Berliner Startups Langdock nach Deutschland zeigt.

Ausblick

Ob der Boom tragfähig ist, hängt an mehreren offenen Fragen: Wie realistisch sind die Produktionsziele bis 2029 angesichts begrenzter Fertigungskapazitäten und möglicher Lieferkettenrisiken? Und übersetzen sich die angekündigten Milliardensummen aus UK-Defence-Plan und NATO-Initiative tatsächlich in verbindliche Aufträge? Ob der aktuelle Zustrom von Kapital in Defence-Tech ein dauerhafter Strukturwandel der DACH-Gründerszene ist oder ein temporärer Konjunkturzyklus, bleibt vorerst unklar.

Häufige Fragen zum Thema

Wie viel Geld hat Hypersonica insgesamt eingesammelt?
Seit der Gründung hat Hypersonica insgesamt 126 Millionen Euro eingesammelt, davon 23,3 Millionen Euro in der Series A im Februar 2026 und 100 Millionen Euro in der aktuellen Series B vom 2. November 2026.
Wer investiert in Hypersonica?
Die Series-B-Runde wird von den US-Venture-Capital-Firmen Lightspeed und General Catalyst angeführt, beteiligt sind außerdem Plural, 201 Ventures sowie die deutsche Innovationsagentur SPRIND.
Welche Geschwindigkeit hat Hypersonica bei seinem Testflug erreicht?
Bei einem Testflug über 300 Kilometer in Norwegen erreichte das System Mach 6, also mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit, nur neun Monate nach Beginn der Konzeptentwicklung.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 3. November 2026.