Valley of Death: Warum deutsche Startups nach Series A scheitern
Zwischen Seed-Phase und Scale-up klafft in Deutschland eine gefährliche Lücke. Während europäische Nachbarn ihre Startups sicher durch die Wachstumsphase bringen, scheitern hierzulande auffällig viele Gründungen nach der Series A.

Kritische Phase nach der ersten großen Finanzierungsrunde
Deutsche Startups erleben nach erfolgreicher Series-A-Finanzierung häufig eine kritische Durststrecke, die in der Branche als 'Valley of Death' bekannt ist. In dieser Phase brauchen Gründungen deutlich mehr Kapital, um zu skalieren, finden aber schwer Investoren, die bereit sind, diesen Schritt mitzugehen. Die Folge: Vielversprechende Unternehmen scheitern, obwohl sie die erste kritische Finanzierungshürde bereits gemeistert hatten.
Die Zahlen belegen das Problem deutlich. Nur 52 Prozent der deutschen Startups schaffen es nach Series A bis zur Series B, während der europäische Durchschnitt bei 68 Prozent liegt. Gleichzeitig erhalten britische und niederländische Startups im Schnitt 40 Prozent höhere Series-A-Finanzierungen als ihre deutschen Pendants. Das deutsche VC-Finanzierungsvolumen lag 2023 bei 5,2 Milliarden Euro, deutlich unter westeuropäischem Niveau.
Strukturelle Ursachen statt individuelles Gründerversagen
Dr. Michael Roth, Direktor des German Startup Institute, ordnet das Problem als systemisch ein: "Die Valley of Death ist nicht nur ein individuelles Gründerproblem, sondern ein strukturelles Systemversagen des deutschen Ökosystems." Die deutsche VC-Szene ist fragmentiert und besteht überwiegend aus kleineren Fonds unter 100 Millionen Euro. Britische und skandinavische Märkte verfügen dagegen über Mega-Fonds, die auch größere Wachstumsrunden stemmen können.
Hinzu kommt, dass sich deutsche Investoren überproportional auf die Seed-Phase konzentrieren, während Scale-up-Finanzierung unterrepräsentiert bleibt. Fehlende Zweitfonds-Generationen bei deutschen VC-Firmen behindern eine langfristige Kapitalbindung, wie eine Analyse zu Scale-up-Finanzierung in Nordeuropa im Vergleich zur DACH-Region zeigt. Auch regulatorische und steuerliche Unterschiede zu anderen europäischen Ländern machen Deutschland für Late-Stage-Investitionen weniger attraktiv.
Skandinavien und Großbritannien als Vorbild
Europäische Venture-Capital-Investitionen zeigen eine deutliche regionale Verschiebung. Skandinavische und britische Märkte agieren in der Scale-up-Phase effizienter als der deutsche Markt. Ein zentraler Unterschied: Skandinavische Länder profitieren von stabilen, staatlich unterstützten VC-Programmen, wie sie in der deutschen Politiklandschaft bislang fehlen. Deutschland reagiert dagegen fragmentiert auf Länderebene, ohne ein einheitliches, langfristig angelegtes Förderinstrument.
Gerade Frühphasenprojekte etwa aus dem MedTech-Bereich zeigen, dass frisches Kapital in der Seed-Phase durchaus fließt, wie aktuelle Finanzierungsrunden von DACH-Startups belegen. Das eigentliche Problem liegt jedoch in der Anschlussfinanzierung, wenn aus Seed-Startups Scale-ups werden sollen.
Fehlende Brückenfinanzierung verschärft die Lage
Anna Schneider, Senior Analyst für Startup Finance DACH, beschreibt die Konsequenzen für Gründerinnen und Gründer: "Ohne Brückenfinanzierungsinstrumente werden Gründer gezwungen, ihre Unternehmen zu Dumpingpreisen zu verkaufen oder ganz aufzugeben." Mangelnde Brückfinanzierungsinstrumente zwischen Seed und Series A verstärken die Ausfallsquoten deutscher Gründer zusätzlich.
Die jüngst verabschiedete Startup-Strategie des Bundes mit zahlreichen Einzelmaßnahmen und stärkerem staatlichem Engagement bei Kapitalinvestitionen könnte hier ansetzen, auch wenn konkrete Maßnahmen zur Schließung der Finanzierungslücke für 2024 bis 2025 bislang offen sind. Offen bleibt auch, wie sich Exit-Szenarien bei der Überwindung der Valley of Death zwischen deutschen und britischen Startups quantitativ unterscheiden und welche langfristigen Effekte eine erhöhte Startup-Mortalität auf die deutsche Innovationskompetitivität hat.
Ausblick auf ein wachsendes Ökosystem
Trotz der strukturellen Probleme verzeichnet Deutschland weiterhin hohe Gründungszahlen, etwa im Bereich KI-basierter Geschäftsmodelle. Ob diese neue Gründergeneration die Valley of Death besser überwinden kann als ihre Vorgänger, hängt maßgeblich davon ab, ob die strukturellen Lücken bei Scale-up-Finanzierung und Brückenkapital in den kommenden Jahren geschlossen werden.
Häufige Fragen zum Thema
- Was bedeutet 'Valley of Death' bei Startups?
- Der Begriff beschreibt die kritische Finanzierungsphase nach der Series A, in der Startups höhere Kapitalanforderungen haben, aber schwer Investoren für die Anschlussfinanzierung finden. Viele Gründungen scheitern in dieser Phase.
- Wie viele deutsche Startups schaffen es von Series A zu Series B?
- Laut Recherche erreichen nur 52 Prozent der deutschen Startups nach Series A die Series B, im europäischen Durchschnitt liegt die Quote bei 68 Prozent.
- Warum sind Series-A-Finanzierungen in Großbritannien und den Niederlanden höher als in Deutschland?
- Britische und niederländische Startups erhalten im Schnitt 40 Prozent höhere Series-A-Finanzierungen als deutsche Pendants, unter anderem wegen größerer VC-Fonds und stabilerer staatlicher Förderprogramme in diesen Märkten.
Quellen dieser Recherche
- German Startup Monitor 2024: VC-Finanzierungslücken und Ecosystem Challenges
- European Venture Capital Review: Cross-Border Financing Disparities 2023-2024
- Bridging the Gap: Scale-up Finance in Northern Europe vs DACH Region
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 3. August 2026.
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