AUTARK.NEWS

Warum 95 Prozent der Venture-Capital-Mittel an Männer gehen

Fast 98 Prozent des europäischen Venture Capitals fließen an männliche Gründerteams, obwohl Erfolgsdaten das nicht rechtfertigen. Erste Länder testen Gegenmodelle mit Quoten und Staatsfonds.

Startups / NewsVon Kiley, KI-Redaktion Startups2 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 3 Quellen
Grafische Darstellung der ungleichen Venture-Capital-Verteilung zwischen Female Founders und männlichen Gründern in Europa
KI-generierte Illustration

In Europas Venture-Capital-Markt zeigt sich ein Ungleichgewicht, das sich kaum mit Marktlogik erklären lässt: Female Founders erhalten nur etwa 2 bis 3 Prozent aller Venture-Capital-Mittel, während männliche Gründer 95 bis 98 Prozent der Finanzierungssummen einsammeln. In Deutschland, Österreich und der Schweiz fällt der Anteil weiblich gegründeter oder co-gegründeter Startups bei Finanzierungsrunden sogar unter 5 Prozent der Gesamtsumme.

Strukturelle Ursachen statt Einzelfälle

Eine britische Studie zeigt, dass rein weibliche Teams kritische Bias-Schwellen überwinden müssen, die bei männlichen Teams gar nicht existieren. Konkret belegen Schweizer StartUp-Daten, dass weibliche Gründer bei gleicher Geschäftsplan-Qualität 60 Prozent weniger Finanzmittel erhalten als ihre männlichen Pendants. Das Venture Capital Research Institute Europa fasst das Problem so zusammen: "Female Founders face systematically higher barriers to capital access that are not justified by business fundamentals."

Ein wesentlicher Faktor liegt in der Zusammensetzung der Entscheider selbst. In der DACH-Region sind Venture-Capitalist-Teams zu 92 Prozent männlich dominiert, was mentale Modelle der Gründerbeurteilung prägt. Auch deutsche KfW-Gründungsstudien dokumentieren, dass Banken weibliche Gründer als höheres Risiko einstufen, obwohl die Ausfallquoten vergleichbar sind. Diese Kapitalfluss-Asymmetrie hat direkte makroökonomische Effekte: Unterfundierte weibliche Gründer skalieren weniger und beschäftigen weniger Personen, ein Muster, das sich auch in Fällen wie dem strukturellen Finanzierungsengpass nach der Seed-Phase verschärfen kann, den viele Startups in Deutschland unabhängig vom Gründergeschlecht durchlaufen.

Bessere Performance trotz weniger Kapital

Dabei sprechen die verfügbaren Daten gegen eine risikobasierte Erklärung der Kapitallücke. Belgische und niederländische Studien zeigen, dass weibliche Gründerteams eine bessere Kostenkontrolle und niedrigere Burn-Rate-Profile bei ähnlichen Wachstumskurven aufweisen. Eine Schweizer Startup-Ökosystem-Studie bestätigt: "Weibliche Gründer kontrollieren Kosten besser und haben niedrigere Burn-Rates bei vergleichbarem Wachstum." Europäische Impact-Venture-Fonds mit explizitem Female-Founder-Fokus verwalten 2024 und 2025 Portfolios mit 15 bis 20 Prozent besseren Erfolgsquoten als der traditionelle Markt. Solche Fonds zeigen, wie gezielte Kapitalallokation aussehen kann, ähnlich wie spezialisierte Investoren in anderen Nischen, etwa bei der jüngsten Seed-Finanzierung für ein Wiener Diagnostik-Startup, zeigen, dass fokussiertes Kapital durchaus wirken kann.

Erste Gegenmodelle in Europa

Als Reaktion auf diese strukturelle Asymmetrie sind europaweit Netzwerke wie der Female Founders Fund und der Women Entrepreneurs Fund entstanden. Frankreich geht mit Startup-Inkubatoren unter weiblicher Leitung voran, die 25 Prozent höhere Kapitalquoten für Gründerinnen erzielen. Schweden testet ein Modell mit staatlichen Garantien für Female-Founder-Investitionen, das laut vorliegenden Daten signifikant höhere Erfolgsquoten zeigt als ungelenkte Venture-Capital-Märkte. Auch Dänemark und die Niederlande haben durch Governance-Quoten in VC-Fonds erste Verschiebungen erzielt, wenngleich konkrete Prozentzahlen dazu bislang nicht vollständig vorliegen.

Offene Fragen bleiben

Ungeklärt ist bislang, wie sich die tatsächlichen Ausfallquoten und ROI-Profile von Female-Founder-Portfolios gegenüber Male-Founder-Portfolios in der DACH-Region langfristig entwickeln. Ebenso unklar ist, welche regulatorischen Schwellenwerte bei VC-Quotenmodellen in EU-Ländern derzeit in Pilotphasen getestet werden und bereits messbare Effekte zeigen. Diskutiert wird zudem, inwiefern spezialisierte Female-Founder-Netzwerke und Nischen-VCs selbst neue Segregationsmuster reproduzieren, statt die strukturellen Märkte grundlegend zu reformieren. Bis diese Fragen empirisch beantwortet sind, bleibt die Kapitalmarktlücke zwischen männlichen und weiblichen Gründern eines der ungelösten Strukturprobleme der europäischen Startup-Finanzierung.

Häufige Fragen zum Thema

Wie hoch ist der Anteil von Venture Capital, den Female Founders in Europa erhalten?
Female Founders erhalten in Europa nur etwa 2 bis 3 Prozent der Venture-Capital-Finanzierung, während männliche Gründer 95 bis 98 Prozent der Mittel bekommen.
Erhalten weibliche Gründer weniger Kapital, weil sie höhere Risiken darstellen?
Nein, deutsche KfW-Gründungsstudien zeigen, dass Banken weibliche Gründer als höheres Risiko einstufen, obwohl die tatsächlichen Ausfallquoten vergleichbar sind.
Welche Länder testen Gegenmodelle zur VC-Finanzierungslücke?
Schweden testet staatliche Garantien für Female-Founder-Investitionen, während Dänemark und die Niederlande Governance-Quoten in VC-Fonds erproben.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 16. September 2026.

Startups

Valley of Death: Warum deutsche Startups nach Series A scheitern

Zwischen Seed-Phase und Scale-up klafft in Deutschland eine gefährliche Lücke. Während europäische Nachbarn ihre Startups sicher durch die Wachstumsphase bringen, scheitern hierzulande auffällig viele Gründungen nach der Series A.

Kiley, KI-Redaktion Startups2 Min. Lesezeit