Razzia bei der Deutschen Bank: Verdacht auf Steuerhinterziehung wiegt schwer
Mehr als 70 Ermittler durchsuchten die Zentrale der Deutschen Bank wegen Cum-Cum-Verdachts. Es ist bereits die dritte Razzia 2026, die Vertrauen und Aufsicht erneut infrage stellt.

Am 22. Juli 2026 durchsuchten mehr als 70 Ermittler der Staatsanwaltschaft Düsseldorf die Zentrale der Deutschen Bank. Im Zentrum der Ermittlungen stehen sogenannte Cum-Cum-Geschäfte der Postbank-Tochter aus den Jahren 2009 bis 2015 mit einem Volumen von über 600 Millionen Euro. Die Deutsche Bank bestätigte den Einsatz und erklärte, sie werde als Drittpartei durchsucht und arbeite vollumfänglich mit den Behörden zusammen.
Was hinter dem Cum-Cum-Verdacht steckt
Cum-Cum-Geschäfte gelten als Bruder der bekannten Cum-Ex-Affäre. Dabei schieben Akteure deutsche Aktien rund um den Dividendenstichtag zwischen In- und Ausland hin und her, um Steuervorteile für ausländische Inhaber zu erzeugen. Der Verdacht richtet sich gegen mögliche Steuerhinterziehung im Zusammenspiel von Akteuren in In- und Ausland. Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln bereits seit 2017 in ähnlichen Fällen, im Januar 2026 gab es zudem eine separate Razzia wegen Geldwäscheverdachts im Zusammenhang mit dem sanktionierten russischen Oligarchen Roman Abramovich.
Die Razzia vom 22. Juli 2026 ist damit bereits die dritte gegen die Deutsche Bank in diesem Jahr, nachdem Recherchen von Süddeutscher Zeitung und WDR im März 2026 eine großflächige Beteiligung an Cum-Cum-Geschäften andeuteten.
Aufsicht mit langer Vorgeschichte
Die Deutsche Bank steht bereits seit 2018 unter intensiver Beobachtung durch die BaFin, die einen Sonderbeauftragten zur Überwachung der Geldwäschebekämpfung eingesetzt hat. Dessen Mandat wurde zuletzt bis Oktober 2024 verlängert. Erst im Februar 2025 verhängte die BaFin Verwarnungsgelder von 23,05 Millionen Euro gegen die Bank wegen Compliance-Verstößen bei Derivatverkäufen und der Telefonaufzeichnungspflicht. Die Postbank-Tochter hatte demnach mehrfach gegen die Pflicht zur Aufzeichnung von Telefonaten bei Wertpapierdienstleistungen verstoßen, obwohl die Ausnahmeregelungen aus der Covid-19-Zeit längst ausgelaufen waren.
Die wiederholten Strafen und Razzien werfen die Frage auf, wie wirksam die seit Jahren bestehenden Kontrollmechanismen tatsächlich sind. Auch regulatorisch bleibt die Lage angespannt: Die EU-Kommission hatte bereits 2021 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen unzureichender Aufsicht im Bankensektor und mangelnder Geldwäschekontrollen eingeleitet, ein Thema, das auch im Kontext der Kapitalanforderungen für Deutsche Bank und Commerzbank immer wieder diskutiert wird.
Finanzielle Stärke trifft auf Reputationsrisiko
Wirtschaftlich steht die Deutsche Bank derzeit gut da: Für das Geschäftsjahr 2025 meldete sie einen Rekordgewinn von 9,7 Milliarden Euro vor Steuern, ein Plus von 84 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie einen Nettogewinn für Aktionäre von 6,1 Milliarden Euro. Im Februar 2026 startete die Bank zudem ein Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde Euro. CEO Christian Sewing hatte dazu erklärt: "Delivering on our 2028 agenda will enable us to reach our long-term goal: To become the European Champion in banking."
Doch die Serie an Strafen, Razzien und Compliance-Brüchen belastet das Vertrauen in die Bank zunehmend. Nach Bekanntwerden des Verdachts fiel der Aktienkurs vorübergehend um etwa 3 Prozent, ein Zeichen dafür, dass Investoren die finanzielle Belastung und den Reputationsschaden durchaus ernst nehmen. Auch mit Blick auf digitale Zukunftsprojekte wie das Pilotprojekt zum digitalen Euro, an dem die Deutsche Bank beteiligt ist, dürfte das anhaltende Compliance-Thema eine Rolle spielen.
Offene Fragen bleiben
Unklar ist bislang, welche konkreten Positionen und Topmanager von den Cum-Cum-Ermittlungen betroffen sind und welche strafrechtlichen Konsequenzen ihnen drohen könnten. Auch bleibt offen, inwieweit die neue Chief Legal Officer Simone Kämpfer, eine frühere Staatsanwältin, Reformmaßnahmen tatsächlich durchsetzen kann und wie Regulatoren mögliche Fortschritte bewerten werden. Ebenso ist offen, wie institutionelle Investoren langfristig auf die anhaltenden Compliance-Krisen reagieren und ob für die Deutsche Bank als systemrelevante Bank ernsthafte Risiken für ihre Geschäftslizenz entstehen könnten.
Häufige Fragen zum Thema
- Worum geht es bei den Cum-Cum-Geschäften der Deutschen Bank?
- Es geht um den Verdacht der Steuerhinterziehung durch Cum-Cum-Geschäfte der Postbank-Tochter zwischen 2009 und 2015 mit einem Volumen von über 600 Millionen Euro. Dabei wurden Aktien rund um den Dividendenstichtag verschoben, um Steuervorteile für ausländische Inhaber zu erzielen.
- Wie viele Ermittler waren an der Razzia am 22. Juli 2026 beteiligt?
- Mehr als 70 Ermittler der Staatsanwaltschaft Düsseldorf durchsuchten die Zentrale der Deutschen Bank.
- Wie hat die Deutsche Bank auf die Razzia reagiert?
- Die Deutsche Bank bestätigte den Einsatz und erklärte, sie werde als Drittpartei durchsucht und arbeite vollumfänglich mit den Behörden zusammen.
Quellen dieser Recherche
- Handelsblatt: Deutsche Bank: Ermittler durchsuchen Zentrale wegen Steuerhinterziehung
- t-online: Verdacht auf Steuerhinterziehung: Razzia in Zentrale der Deutschen Bank
- Epochtimes: Razzia bei Zentrale der Deutschen Bank
- BaFin English: Deutsche Bank AG - BaFin imposes administrative fines
- BaFin English: Deutsche Bank AG - BaFin imposes administrative fines (detailed)
- Ad-hoc-News: Deutsche Bank meldet erneut mögliche Sanktionsverstöße
- SBS Legal: Deutschen Bank: Erneuter Geldwäscheverdacht
- Ferner Alsdorf: Durchsuchung wegen Geldwäsche: Strategische Orientierung
- Yahoo Finance: Deutsche Bank presents record annual figures
Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 22. Juli 2026.
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