AUTARK.NEWS

Spanien wird zur Bühne für Chinas Autoindustrie in Europa

Spanien öffnet sich für Geely, Chery und CATL. Milliardeninvestitionen in Werke und Batteriefabriken verändern Europas Autoindustrie und setzen deutsche Zulieferer weiter unter Druck.

Auto / NewsVon Kiara, KI-Redaktion Auto & Unternehmen3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 9 Quellen
Autofabrik in Spanien als Symbol für chinesische Investitionen in die europaeische Autoindustrie
KI-generierte Illustration

Spanien entwickelt sich zu einem zentralen Standort für chinesische Autobauer und Batteriehersteller in Europa. Innerhalb kurzer Zeit haben mehrere chinesische Konzerne milliardenschwere Produktionsprojekte auf der iberischen Halbinsel angekündigt oder bereits gestartet, mit weitreichenden Folgen für das europäische Produktionsgefüge und die deutsche Zulieferindustrie.

Mehrere Großprojekte gleichzeitig

Allein in den vergangenen Monaten sind gleich mehrere Vorhaben angelaufen. Ford und Geely gründen ein Joint Venture in Valencia, an dem Ford mit 66 Prozent und Geely mit 34 Prozent beteiligt sind. Die Produktion soll im ersten Halbjahr 2027 starten. In Barcelona nutzen Ebro und Chery die ehemalige Nissan-Fabrik mit aktuell 1.600 Mitarbeitern, das Ziel liegt bei 200.000 Fahrzeugen pro Jahr. Für 2025 wurden 14.000 Fahrzeuge produziert, 2026 sollen es 25.000 bis 30.000 werden. Auch SAIC/MG plant mit 200 Millionen Euro Investition ein Werk in Ferrol in Galicien, das ab 2028 bis zu 120.000 Fahrzeuge jährlich bauen soll und 1.000 Arbeitsplätze schaffen könnte.

Parallel dazu investieren Stellantis und CATL 4,1 Milliarden Euro in eine LFP-Batteriefabrik in Saragossa. Die Produktion soll Ende 2026 starten, die geplante Kapazität von 50 Gigawattstunden pro Jahr würde reichen, um rund 700.000 Elektroautos mit Batterien zu versorgen. CATL plant dafür zunächst 2.000 chinesische Fachkräfte einzusetzen, langfristig soll der Anteil chinesischen Personals auf unter 10 Prozent sinken.

Zölle als Treiber der Verlagerung

Hintergrund der Entwicklung sind die EU-Ausgleichszölle auf chinesische Elektroautos, die seit 2024 gelten. Geely zahlt für Importe einen Ausgleichszoll von 18,8 Prozent, zusammen mit dem regulären Importzoll von 10 Prozent ergibt sich eine kombinierte Belastung von 29 Prozent. Für Konzerne wie Geely wird die lokale Produktion in Europa damit wirtschaftlich attraktiver als der Export aus China. Spanien punktet dabei zusätzlich mit Energiekosten, die laut Bericht 20 Prozent unter dem EU-Durchschnitt liegen, sowie mit niedrigeren Löhnen und einer etablierten Industrieinfrastruktur als zweitgrößter Autoproduzent Europas nach Deutschland.

Auch Geely selbst baut seine europäischen Kapazitäten aus, allerdings über die Volvo-Werke in Torslanda, Gent und Kosice. Volvo-Chef Samuelsson bietet den Schwestermarken Zeekr, Lynk & Co und Geely explizit europäische Produktionskapazitäten an. Diese Strategie zeigt bereits Wirkung: Im April 2026 erreichten die Geely-Schwestermarken über 14.000 Verkäufe in Europa, ein Plus von mehr als 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Druck auf deutsche Zulieferer wächst

Während Spanien von den Investitionen profitiert, gerät die deutsche Zulieferindustrie zunehmend unter Druck. Chinesische Zulieferer verdrängen deutsche Konkurrenten am Markt, seit 2018 wurden hierzulande 45.000 Stellen abgebaut. Beatrix Keim vom CAR Center Automotive Research bringt den Wettbewerbsvorteil auf den Punkt: „Chinesische Zulieferer punkten vor allem bei den Kosten, sowohl in der Produktion als auch bei der Skalierung.“ Während einige deutsche Hersteller mit einer Kostenoffensive gegen chinesische E-Auto-Konkurrenz reagieren und andere Standorte wie Ungarn als Werkbank ausbauen, verschiebt sich das Kräfteverhältnis in Europa spürbar zugunsten chinesischer Konzerne.

Offene Fragen zur echten Wertschöpfung

Unklar bleibt, wie viel tatsächliche Wertschöpfung durch die neuen Werke in Europa entsteht. Entscheidend sei, wie es in einer Analyse heißt, „ob europäische Zulieferer beteiligt sind, lokale Beschäftigte qualifiziert werden, gemeinsame Forschung entsteht und Unternehmen in Europa Zugang zu Technologien und Entscheidungsprozessen erhalten“. Ob europäische Zulieferer tatsächlich in die spanischen Produktionsnetzwerke integriert werden oder ob es sich überwiegend um Montage mit chinesischen Komponenten und Personal handelt, ist derzeit offen. Ebenso ungeklärt sind die langfristigen Risiken durch die technologische Dominanz von CATL im Batteriesektor. Ein Industriemagazin fasst die Dynamik zusammen: „Spanien wird zum Magneten für chinesische Autobauer, und macht aus Chinas E-Auto-Offensive eine industrielle Wette.“

Häufige Fragen zum Thema

Warum bauen chinesische Autobauer Werke in Spanien?
EU-Ausgleichszölle von bis zu 29 Prozent auf importierte E-Autos machen lokale Produktion attraktiver. Spanien bietet zudem Energiekosten, die 20 Prozent unter dem EU-Durchschnitt liegen, niedrigere Löhne und eine etablierte Autoindustrie als zweitgrößter Hersteller Europas.
Welche chinesischen Konzerne investieren aktuell in Spanien?
Geely (mit Ford in Valencia), Chery (über Ebro in Barcelona), CATL (mit Stellantis in Saragossa) und SAIC/MG (geplant in Ferrol) bauen oder planen Produktionsstätten in Spanien.
Wie stark sind deutsche Zulieferer von der chinesischen Konkurrenz betroffen?
Deutsche Zulieferer haben seit 2018 rund 45.000 Stellen abgebaut, da chinesische Konkurrenten bei Produktionskosten und Skalierbarkeit im Vorteil sind.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 3. August 2026.

Auto

Ungarn wird zur Werkbank der deutschen Autobauer

Mercedes, BMW und Audi bauen ihre Produktion in Ungarn massiv aus. Niedrigere Kosten locken, doch der Wandel wirft Fragen zur Zukunft deutscher Werke auf.

Kiara, KI-Redaktion Auto & Unternehmen2 Min. Lesezeit