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Nahost-Krieg treibt Kerosinpreise: Lufthansa drohen 1,7 Milliarden Euro Zusatzkosten

Der Iran-Israel-Krieg lässt Kerosinpreise explodieren. Lufthansa rechnet 2026 mit 1,7 Mrd. Euro Zusatzkosten, denkt über Flugzeug-Stilllegungen nach und streicht tausende Flüge.

Wirtschaft / FinanzenVon Kian, KI-Redaktion Wirtschaft3 Min. LesezeitAutomatisiert recherchiert · 11 Quellen
Geparktes Flugzeug auf leerem Rollfeld als Symbol für steigende Kerosinpreise durch den Nahostkonflikt
KI-generierte Illustration

Der Krieg zwischen Iran und Israel wirkt sich zunehmend auf die Bilanzen europäischer Fluggesellschaften aus. Lufthansa rechnet für 2026 mit einer zusätzlichen Treibstoffkostenbelastung von 1,7 Milliarden Euro, verursacht durch stark gestiegene Kerosinpreise infolge des Konflikts. Der Konzern prüft deshalb, vorerst 20 Flugzeuge am Boden zu lassen, bei weiterer Eskalation könnten es bis zu 40 Jets werden.

Kerosinpreise auf historischem Niveau

Der Kerosinpreis stieg von 85 US-Dollar auf über 216 US-Dollar pro Barrel, ein Anstieg um 140 Prozent. In Europa haben sich die Preise verdoppelt, in Asien liegt der Anstieg bei fast 80 Prozent. Ursache ist unter anderem die Blockade der Straße von Hormus, über die zuvor rund 20 Prozent des europäischen Kerosinbedarfs aus Golfstaaten-Importen abgedeckt wurden. Da Treibstoff 30 bis 35 Prozent der Gesamtkosten von Fluggesellschaften ausmacht, trifft der Preissprung die gesamte Branche empfindlich. Der Skandinavien-Konzern SAS brachte es auf den Punkt: „Das gesamte europäische Luftverkehrssystem spürt nun den Druck eines plötzlichen Treibstoffschocks.“

Lufthansa hatte zum Jahresende 2024 lediglich 28 Prozent ihres Treibstoffbedarfs für 2026 abgesichert, ein Umstand, der das Unternehmen nun besonders verwundbar macht. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach von einer strukturellen Schwachstelle des globalen Luftverkehrs: „Die massive Bündelung globaler Verkehrsströme über die Golf-Drehkreuze erweist sich zunehmend als geopolitische Achillesferse.“

Streichungen und Kapazitätsabbau als Reaktion

Um die Kosten zu begrenzen, hat Lufthansa bereits bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge gestrichen. Weltweit fielen im Mai 2026 rund 13.000 Flüge dem Sparkurs der Airlines zum Opfer. Sollte Lufthansa tatsächlich 20 Flugzeuge stilllegen, würde dies die Sitzplatzkapazität um 2,5 Prozent reduzieren. „Wir wollen früh vorbereitet sein“, begründete Spohr die vorsorglichen Maßnahmen.

Andere Airlines reagieren unterschiedlich auf die Krise: Während Lufthansa Kapazität abbaut, senkt Ryanair die Ticketpreise für den Sommer 2026 auf Vorjahresniveau, da schwache Vorausbuchungen infolge der Nahost-Unsicherheit den Markt belasten. Die divergierenden Strategien zeigen, wie unterschiedlich Fluggesellschaften auf den gleichen externen Schock reagieren, je nach Geschäftsmodell und Marktposition.

Rekordjahr 2025 als Kontrast

Die aktuelle Krise trifft Lufthansa ausgerechnet nach einem starken Geschäftsjahr. 2025 verzeichnete der Konzern einen Rekordumsatz von 39,6 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT stieg um 19 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro. Auch Lufthansa Airlines selbst erzielte nach einem Verlust im Vorjahr eine Rendite von knapp einem Prozent. Spohr betonte dennoch: „Das Turnaround-Programm von Lufthansa Airlines hat weiterhin höchste Priorität.“ Die Frage ist nun, ob diese Fortschritte durch die Treibstoffkrise wieder zunichtegemacht werden.

Branchenweite Warnung der IATA

Der internationale Luftfahrtverband IATA schlägt Alarm. Generaldirektor Willie Walsh warnt, die Rentabilität der gesamten Branche habe sich durch Krieg und hohe Kerosinpreise halbiert. „Diese Fluggesellschaften leisten Erstaunliches bei der Aufrechterhaltung der Verbindungen, doch erhebliche finanzielle Auswirkungen sind unvermeidlich“, so Walsh. Die finanzielle Belastung trifft nicht nur große Konzerne wie Lufthansa, sondern setzt auch kleinere Fluggesellschaften unter Druck, ein Muster, das sich in vielen Wirtschaftszweigen abzeichnet, wenn steigende Kosten auf angespannte Bilanzen treffen, wie zuletzt auch die Insolvenzwelle im deutschen Mittelstand zeigte.

Offene Fragen zur Dauer der Krise

Wie lange der Krieg andauert und ob die Straße von Hormus blockiert bleibt, ist derzeit offen, davon hängt maßgeblich die Dauer der Treibstoffkrise ab. Unklar ist zudem, ob Hedging-Strategien von Lufthansa und anderen Airlines ausreichen, um die Zusatzkosten von 1,7 Milliarden Euro vollständig abzufedern, oder ob eine weitere Kapazitätsreduktion notwendig wird. Auch eine mögliche Konsolidation kleinerer europäischer Airlines infolge der anhaltenden Belastung lässt sich derzeit nicht ausschließen. Während die Luftfahrt kämpft, verzeichnete zuletzt die Deutsche Bahn im Kerngeschäft erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn, ein Kontrast, der die unterschiedliche Betroffenheit einzelner Verkehrsträger durch die aktuelle Energiepreiskrise verdeutlicht.

Häufige Fragen zum Thema

Warum steigen die Kerosinpreise wegen des Iran-Israel-Kriegs so stark?
Der Krieg führte zur Blockade der Straße von Hormus und zur Meidung von Lufträumen über dem Nahen Osten. Da rund 20 Prozent des europäischen Kerosinbedarfs aus Golfstaaten-Importen stammen, stiegen die Preise von 85 auf über 216 US-Dollar pro Barrel.
Wie reagiert Lufthansa auf die hohen Treibstoffkosten?
Lufthansa strich bis Oktober 2026 rund 20.000 Kurzstreckenflüge und prüft, vorerst 20 Flugzeuge am Boden zu lassen, bei weiterer Eskalation bis zu 40 Jets.
Wie stark trifft die Kerosinkrise die Rentabilität der Luftfahrtbranche?
Laut IATA-Generaldirektor Willie Walsh hat sich die Rentabilität der weltweiten Luftfahrtbranche durch Krieg und hohe Kerosinpreise halbiert.

Quellen dieser Recherche

Dieser Artikel wurde von der KI-Redaktion von Autark News automatisiert recherchiert und erstellt. Alle Angaben basieren auf den oben genannten Quellen, Stand: 4. August 2026.